Ex-Chef der Chinesischen Zentralbank: Facebooks Libra verändert grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr

der ehemalige Chef der People's Bank of China (PBoC) hat darauf hingewiesen, dass Peking die Ausgabe einer eigenen digitalen Währung an kommerzielle Unternehmen delegieren kann, berichtete die in Hongkong ansässige South China Morning Post am 11. Juli.

Zhou Xiaochuan, der 2018 nach 15 Jahren als Chef der Zentralbank zurücktrat, sagte, das könnte einen neuen Ansatz für sein souveränes digitales Währungssystem wählen, angelehnt an das Währungssystem Hongkongs und das Libra-Projekt von Facebook.

In Hongkong geben drei Banken eigene Banknoten heraus sichern diese durch in US-Dollar gehaltene Reserven ab, während die Währungsbehörde des Landes dafür sorgt, dass ein Hongkong-Dollar seinen Wert von etwa 7,80 US-Dollar beibehält.

Laut Zhou würde die Anwendung dieser Methode es Peking ermöglichen, die " großen Schwankungen " zu vermeiden, die Kryptowährungen während ihrer frühen Entwicklung plagten.

Chinesische Technologieriesen wie Alibaba und Tencent haben bereits digitale Zahlungsplattformen wie Alipay und WeChat Pay eingeführt, Dienste, die bereits hunderte Millionen von Nutzern erreichen.

Während einer Rede in Peking forderte er die Politiker zudem auf, das Libra-Whitepaper von Facebook im Detail zu lesen. Pläne die Stablecoin an einen Korb von Fiat-Währungen zu koppeln, die von einem gemeinnützigen Konsortium mit zwei Dutzend Großunternehmen beaufsichtigt werden, könnten für China bei der Entwicklung einer souveränen digitalen Währung von Interesse sein. Er fügte hinzu:

"Libra hat ein Konzept eingeführt, das sich auf das traditionelle grenzüberschreitende Geschäfts- und Zahlungssystem auswirken wird."

Obwohl China ein Institut zur Erforschung der Einführung einer eigenen souveränen digitalen Währung gegründet hat, sind die Fortschritte bislang schleppend.

Peking verfolgte bisher eine harte Linie gegen den Handel mit Kryptowährungen wie Bitcoin-Handel (BTC) und verbietet Initial Coin Offerings und Kryptobörsen.

Nichtsdestotrotz gibt es einen von der Regierung geförderten und alle zwei Monate neu berechneten Index zur Bewertung von Kryptowährungen. Zuletzt  belegte EOS darin den ersten Platz und BTC den zwölften Platz.