Gary Gensler, ehemaliger Vorsitzender der amerikanischen Aufsichtsbehörde für Future- und Optionsmärkte (CFTC), meint, dass der Großteil der Tokens, die über Initial Coin Offerings (ICOs) herausgegeben werden, als Wertpapiere eingestuft werden sollten. Dies berichtet Bloomberg am 15. Oktober.
Falls Kryptowährungen als Wertpapiere eingestuft würden, unterliegen sie damit der Regulierung durch die amerikanische Aufsichtsbehörde für Aktienmärkte (SEC). Alle Unternehmen, die Coins herausgeben wollen, müssten sich dann die entsprechenden Vorschriften einhalten, sich bei der SEC registrieren und bestimmte Informationen offenlegen, wie etwa die Finanzbücher.
Auf die Frage, ob die Blockchain-Technologie reguliert werden müsste, antwortet Gensler, dass man „neutral gegenüber Technologien“ sein sollte. Allerdings hebt er hervor, dass der Anlegerschutz, auch innerhalb von Blockchain-Anwendungen (und Kryptowährungen), dringend notwendig ist:
„Ich denke, dass Kryptowährungen wie zum Beispiel Bitcoin , viel mehr Anlegerschutz brauchen, wahrscheinlich sogar mehr als die Öl-Märkte.“
Im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen der Blockchain-Regulierung meint Gensler, dass es irgendeine Form der Kontrolle geben muss — „Ampeln und Straßenschilder“ — damit das Vertrauen in die „Krypto-Straßen“ gegeben ist. Gensler denkt, dass es so funktionieren kann, allerdings „wird es mehrere Jahre brauchen, bis die Balance stimmt.“
Mit dieser Ansicht ist Gensler nicht allein, denn Valerie A. Szczepanik, leitende Beraterin der SEC für digitale Wertanlagen und Innovation, äußerte sich ähnlich: „Wenn man möchte, dass die Kryptobranche aufblüht, dann sollte der Anlegerschutz oberste Priorität haben.“
Im Rahmen einer Senatsanhörung von SEC und CFTC hatte Jay Clayton, Vorsitzender der SEC, angegeben, dass jeder ICO-Token, den die SEC sich bisher angeschaut hat, ein Wertpapier ist. Dabei sollte aber eine Unterscheidung zwischen Tokens und den großen Kryptowährungen wie BTC und getroffen werden. Die Einstufung von ETH als Wertpapier ist zurzeit wohl noch fraglich.
Im Dezember hatte Clayton in einer öffentlichen Mitteilung bekundet, dass Tokens, die in einem ICO verkauft werden, höchstwahrscheinlich nach US-Recht als Wertpapiere gelten. Clayton merkt an, dass der eigentliche Inhalt der Transaktion wichtiger ist, als die jeweilige Form, wenn es darum geht ein Investitionsgut einzustufen.
Melde dich bei unseren Sozialen Medien an, um nichts zu verpassen: X, YouTube, Instagram und Telegram – aktuelle Nachrichten, Analysen, Expertenmeinungen und Interviews mit Fokus auf die DACH-Region.