Frankreichs Zentralbank-Vize will Blockchain zur Verbesserung des Finanzsystems nutzen

Der stellvertretende Chef der französischen Zentralbank will die Blockchain-Technologie nutzen, um das europäische Finanzsystem, allen voran beim Thema Zahlungsabwicklung, zu verbessern.

Die entsprechenden Äußerungen machte Denis Beau, der stellvertretende Chef der französischen Zentralbank, am 21. November auf einer jährlichen Konferenz des Kapitalmarktverbands (AFME), als er über die rechtlichen Voraussetzungen für Innovation und Wachstum auf Europas Kapitalmärkten sprach.

Finanzsystem könnte von Blockchain profitieren

Im Rahmen seiner Rede betonte Beau explizit, dass die Nutzung der Blockchain-Technologie einen positiven Effekt auf das Finanzsystem haben könnte:

„Die Tokenisierung von Vermögenswerten könnte in Zusammenwirkung mit Blockchain-basierten Systemen, die die Übertragung solcher Vermögenswerte ermöglichen, dafür sorgen, dass wir besser auf die Nachfragen des Marktes reagieren können.“

„Tokenisierung“ meint die Herunterbrechung von Vermögenswerten (z.B.: Immobilien) in digitale Einzelteile, um diese effizienter am Markt platzieren zu können. Daraus sollen sowohl für Anleger als auch für Anbieter Vorteile entstehen.

Des Weiteren sieht Beau die Blockchain-Technologie als Chance, um Zahlungsabwicklungen innerhalb des Finanzsystems optimieren zu können.

Deshalb fordert er das Eurosystem dazu auf, Experimente mit der Technologie zu wagen, um die Art und Weise zu verbessern, in der die europäischen Zentralbanken Geld als Zahlungsinstrument bereitstellen. So meint Beau:

„Wir von der französischen Zentralbank sind, zusammen mit der EZB und anderen europäischen Zentralbanken, sehr offen für solche Experimente, besonders was eine etwaige Zentralbank-Digitalwährung zur Abwicklung von Zahlungen innerhalb des Bankensystems angeht.“

Mögliche Risiken

Allerdings gesteht Frankreichs Zentralbank-Vize ein, dass die Nutzung der Blockchain-Technologie natürlich auch Risiken birgt. So könnte es zum Beispiel zu „ganz verschiedenartigen Anwendungsweisen kommen, was Zahlungsmodalitäten angeht“.

Mitte Oktober hatte Beau zuvor schon gewarnt, dass auf das Bankensystem womöglich drastische Änderungen zukommen, die insbesondere auch von der Blockchain-Technologie eingeläutet werden:

„Das Aufkommen sogenannter Kryptowährungen und Stablecoins könnte dafür sorgen, dass sich völlig neue Zahlungsinstrumente am Markt etablieren, die womöglich in direkter Konkurrenz zu den von Zentralbanken herausgegebenen Landeswährungen stehen, die eigentlich den Grundpfeiler unserer Zahlungssysteme darstellen.“