Overstocks Aktienkurs bricht ein, als Tochtergesellschaft tZERO Opfer einer SEC-Untersuchung wird

Overstock.com, einer der ersten großen Versandhändler, die Bitcoin (BTC) 2014 als Zahlungsmittel zu akzeptieren begannen, erfuhr einen Kursabfall aufgrund der Ankündigungen seiner Tochtergesellschaft tZERO diese Woche. Diese verkündete in einem "Vertraulichen Privatplatzierungsangebot-Memorandum", dass die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde (SEC) eine Untersuchung ihrer Initial Coin Offerings (ICO) eingeleitet hatte.

Overstocks Aktien zogen im Oktober des letzten Jahres auf rund 27,6 Euro (34 US-Dollar) an; aufgrund optimistischer Tendenzen vieler Investoren gegenüber Blockchain und Krypto. Augenblicklich liegt der Wert der Aktie bei rund 45,5 Euro (56 US-Dollar), nachdem sie am 1. März um mehr als 10 Prozent abgesackt war.

Am 28. Februar berichteten anonyme Quellen gegenüber der WSJ, dass die SEC eine Untersuchung für Krypto-Unternehmungen gestartet habe. Diese beinhalte ein noch unbekannten Nummer an Informationsanfragen und Vorladungen an Krypto-Unternehmen. Die SEC hatte vor Kurzem die Trading-Geschäfte dreier Firmen auf Eis gelegt, nachdem sie deren Assets mit Bezug zu Kryptowährungen und Blockchain untersucht hatte.

In einem Abschnitt "Gerichtsverfahren" gibt tZERO in dem Bericht an, dass die Vollstreckungsabteilung der SEC dem Unternehmen im Februar eröffnet hatte, eine Untersuchung einzuleiten. Laut dem Bericht hatte die SEC im Zuge dessen auch die freiwillige Übergabe "bestimmter Dokumente mit Informationen zu dem Offering und den Tokens, welche mit der Untersuchung in Verbindung stehen" angefordert.

Der Bericht vom 1. März enhält zusätzlich eine Liste mit "vorsorglichen Ankündigungen" über zukünftige Entwicklungen; inklusive der Stipulation, dass "nicht gewährleistet werden kann, dass die Tokens jemals ausgegeben werden. Falls doch, werden sie unter die umfangreichen legale und vertragliche Transferregelungen fallen, die unsere gesetzlichen Regelungen verlangen." Die Liste beinhaltet Anmerkungen über "Unsicherheiten" angesichts steuerlicher Regelungen, die Anwendung des amerikanischen Gesetzes und die regulatorischen Maßnahmen im Bezug auf jene Sicherheiten.

Der Bericht betont die Zusammenarbeit des Unternehmens mit der SEC während der Untersuchung, fügt jedoch an:

"Während die SEC versucht festzustellen, ob es Verstößen gegen die Bundeswertpapiergesetze gegeben hat, bedeutet die Untersuchung nicht, dass die SEC annimmt, dass gegen das Gesetz verstoßen wurde.   Die Untersuchung bedeutet ferner auch nicht, dass die SEC negative Ansichten gegenüber Einzelpersonen, Entitäten oder Sicherheitsmaßnahmen hegt."

Patrick Byrne, Geschäftsführer von Overstock, sagte gegenüber dem Wall Street Journal (WSJ) gestern, dass die SEC "offensichtlich einmal durch die gesamte Industrie geht". Ein Schritt, welchen er "tatsächlich unterstützen" würde:

"Je heller das gesetzliche Suchlicht, desto genauer schauen wir hin."

Laut Byrnes habe die SEC lange Zeit im “Dunkeln” getappt was ICOs angeht. Die meisten Offerings seien de facto Sicherheiten, auch wenn sie auf dem Markt nicht als solche angeboten werden:

"Wir wissen alle, dass es Sicherheiten sind."

Overstock hat einen Antrag eingereicht, um seine ICOs unter Regulation "D" und "S" zu führen, anstatt unter traditionellen Deklarierungen. Das bedeutet, dass US-Bürger vollwertig zugelassene Investoren sein müssen (mit einem Eigenkapital über etwa 812.000 Euro (1 Mio. in US-Dollar)), um an einem ICO teilzunehmen. Außerdem dürfen amerikanische Bürger nicht an Offshore-Transaktionen beteiligt sein.

Der Bericht der SEC sagt aus, dass bei dem ICO im Dezember 2017 rund 817.000 Millionen Euro (100,6 Mio. US-Dollar) von 1.100 Investoren aufkamen. Ferner wurde das Token-Limit für etwa 203 Mio. Euro angesetzt (250 Mio. US-Dollar). Laut der Webseite von tZERO ist das "Private Offering" bis zum 30. März 2018 verlängert.

Im Januar diesen Jahres hatte die Eastman Kodak Company ihr eigenes ICO angekündigt. Dieselben "freizügigeren Regelungen" für Offerings sollten eine Verdopplung des Aktienpreises mit sich ziehen, aber das Datum des Vorverkaufs wurde nach hinten verschoben, um die Akkreditierungsstatus der 40.000 potenziellen Investoren zu verifizieren.