G7-Bericht: "Globale Stablecoins" gefährden Finanzstabilität

Die G7-Gruppe der Nationen soll einen Bericht verfasst haben, in dem es heißt, dass "globale Stablecoins" eine Bedrohung für das globale Finanzsystem seien.

Wie BBC am 13. Oktober berichtete, geht ein G7-Entwurf auf die verschiedenen Risiken im Zusammenhang mit digitalen Währungen ein. Es hieß auch, dass der Libra von den zuständigen Regulierungsbehörden möglicherweise auch dann keine Genehmigung erhält, wenn die Mitgliedsfirmen der Libra Association die regulatorischen Bedenken ausgeräumt haben:

"Die G7-Staaten sind der Ansicht, dass kein Stablecoin-Projekt in Betrieb gehen sollte, bis bei den rechtlichen, regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Herausforderungen und Risiken angemessene Lösungen gefunden werden. [...] Das Ausräumen solcher Risiken ist nicht zwangsläufig eine Garantie dafür, dass das Stablecoin-Projekt eine regulatorische Genehmigung erhält."

Die G7-Staaten erklärten auch, dass globale Stablecoins, die schnell wachsen können, den Wettbewerb schwächen und die Finanzstabilität gefährden könnten, wenn die Nutzer das Vertrauen in diesen Coin verlieren.

Der Bericht soll den Finanzministern auf einer Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds in dieser Woche vorgelegt werden. 

Mehr Probleme für Libra

BBC erklärte, dass der Bericht das von Facebook geplante Stablecoin-Projekt Libra zwar nicht konkret nenne, das aber weitere Schwierigkeiten für das bereits geplagte geplante Zahlungssystem bedeuten könnte.

Regulierungsbehörden weltweit setzen sich zunehmend mit dem Projekt auseinander. Die Bank von England hat etwa kürzlich Bestimmungen eingeführt, die das Projekt einhalten müsste, damit der Coin in Großbritannien ausgegeben werden kann.

Der Facebook-CEO Mark Zuckerberg wird vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des US-Repräsentantenhauses Ende dieses Monats über Libra sprechen. Die Ausschussleiterin Maxine Waters, eine demokratische Abgeordnete, ist für ihre kritische Haltung gegenüber dem Projekt bekannt. Anfang des Jahres hat der Ausschuss ein Gesetz entworfen, das den Titel "Keep Big Tech out of Finane Act" (zu Deutsch etwa: Große Tech-Firmen gehören nicht ins Finanzwesen) entworfen.

In jüngster Zeit haben mehrere große Partnerfirmen das Konsortium des Projekts verlassen. Am 4. Oktober zog sich das große Zahlungsnetzwerk PayPal aus der Organisation zurück. Kurz darauf folgten auch Visa, Mastercard, Stripe und eBay diesem Beispiel. 

Das Unternehmen Finco Services aus Delaware reichte eine Klage gegen Facebook wegen Markenverletzung, unlauteren Wettbewerbs und "falscher Ursprungsbezeichnung" im Zusammenhang mit dem Libra-Logo ein. Das Unternehmen verklagte auch ihren ehemaligen Designer, der das Logo für Facebook entworfen hat, wegen der Wiederverwendung des Designs.