Regierungsmitarbeiter: Russland will Facebook-Krypto nicht legalisieren

Der Vorsitzende des russischen Staatsduma-Ausschusses für den Finanzmarkt Anatoli Aksakov hat gesagt, dass die geplante Kryptowährung Libra von Facebook in Russland nicht legalisiert werde, wie die lokale Nachrichtenagentur TASS am 18. Juni berichtete.

Aksakov erklärte, dass Russland die Verwendung der Facebook-Kryptowährung Libra, die das Unternehmen im Jahr 2020 einführen will, nicht legalisieren werde, da sie eine Bedrohung für das Finanzsystem des Landes darstellen könnte. Aksakov betonte auch, dass Russland nicht die Absicht habe, eine Gesetzgebung zu verabschieden, die "Raum für den aktiven Einsatz von Krypto-Tools bietet, die im Rahmen offener Plattformen oder Blockchains geschaffen wurden".

Die Aussagen von Aksakov scheinen denen des stellvertretenden Finanzministers Alexej Moisejew zu widersprechen. Er sagte, dass das wichtigste Kryptowährungsgesetz des Landes "Über digitale Finanzanlagen" in den nächsten zwei Wochen verabschiedet werden könnte.

Laut Aksakov kann Libra auf ausländischen Finanzplattformen gekauft werden. Die Entwicklung ähnlicher Projekte ist in Russland hingegen streng begrenzt:

"Theoretisch sollten wir über die Möglichkeit sprechen, alle Arten von Börsen, Handelsplattformen und den Verkauf solcher Währungen zu organisieren. Ich glaube, wir werden die Erstellung solcher Webseiten einschränken oder verbieten. Diejenigen, die diese Instrumente über ausländische Anbieter erwerben wollen, können dies auf eigenes Risiko tun."

Auch die Aufsichtsbehörden in anderen Ländern sind wegen der Einführung der firmeneigenen digitalen Währung von Facebook besorgt. Die Abgeordnete Maxine Waters, die Vorsitzende des Finanzdienstleistungsausschusses des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten, forderte, dass Facebook die Entwicklung seines Kryptos einstellt.

"Angesichts der schwierigen Vergangenheit des Unternehmens fordere ich, dass Facebook vorübergehend die Entwicklung einer Kryptowährung einstellt, bis der Kongress und die Regulierungsbehörden die Möglichkeit haben, diese Angelegenheit zu untersuchen und Maßnahmen zu ergreifen", so Waters.

Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire erklärte, dass er in Bezug auf Libra von Facebook "Garantien verlangen" wolle. Le Maire erklärte, dass Libra ein "Attribut der Souveränität von Staaten" sei und "in der Hand von Staaten und nicht von Privatunternehmen bleiben sollte, die private Interessen vertreten".

Facebook veröffentlichte kürzlich das Whitepaper für Libra. In diesem heißt es, dass der Coin auf der firmeneigenen und skalierbaren Libra-Blockchain laufen werde. Außerdem werde er durch eine Reserve von Vermögenswerten gestützt werde, die "den Zweck haben, ihm einen inneren Wert zu verleihen" und Volatilitätsschwankungen zu reduzieren.