Russlands größte Bank legt ihre Krypto-Pläne wegen Ablehnung der Zentralbank auf Eis

Russlands größte Bank, die staatsgeführte Sberbank, hat ihre Krypto-Pläne auf Eis gelegt, da die Zentralbank des Landes eine Befürwortung von Kryptowährungen ablehnt. Dies berichtet die russische Nachrichtenagentur TASS am 30. Mai.

Andrey Shemetov, der Vize-Präsident der Sberbank, legte dies im Rahmen einer Pressekonferenz offen, auf der er angab, dass die Sberbank eigentlich darauf gehofft hatte, dass bald ein gesetzlicher Rahmen für Kryptowährungen etabliert wird, um diese selbst ins Angebot nehmen zu können.

Wie Shemetov allerdings erklärt, ist die Bank of Russia, die gleichzeitig Zentralbank und Finanzmarktaufsicht des Landes ist, derzeit gegen eine Legalisierung von Kryptowährungen. Dementsprechend musste die Sberbank ihre Pläne nun einstellen.

Jedoch wollte er nicht offenlegen, um welche konkreten Projekte es sich dabei handelt.

Im Januar 2018 hatte die Sberbank Switzerland AG, die Schweizer Tochter der Sberbank, angekündigt, eine eigene Kryptobörsen an den Start bringen zu wollen. Damals gab Shemetov an, dass sich die Bank bewusst für den Standort Schweiz entschieden hatte, da die russischen Behörden noch keine Erlaubnis für Krypto-Geschäfte erteilt hatten.

Vor kurzem hat die Sberbank wiederum alle Kunden, die Einkommen mit Kryptowährungen generieren, dazu aufgefordert, detaillierte Informationen zu deren Herkunft anzuzeigen.

Die russische Politik hat aus einer Vielzahl von Gründen bisher noch kein Krypto-Gesetz verabschiedet.

Wie zuletzt berichtet, musste Russland einen ersten Krypto-Gesetzentwurf verschieben, da die internationale Organisation „Arbeitskreis Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung“ gefordert hatte, dass darin wichtige Terminologien der Branche definiert sein müssten, wie zum Beispiel Kryptowährungen und Bitcoin (BTC). Eine bloße Klärung des Überbegriffes „Digitale Vermögenswerte“ sei unzureichend. Es wurde vermutet, dass die russischen Gesetzgeber zunächst absichtlich auf eine genauere Definition verzichtet hatten, um grünes Licht von der Zentralbank zu bekommen.

Dementsprechend hat die Zentralbank bzw. die Finanzmarktaufsicht reagiert, wodurch der Krypto-Gesetzentwurf abgesegnet und zur politischen Diskussion freigegeben ist. Russlands Präsident Putin hatte gefordert, dass die Krypto-Gesetzgebung spätestens bis Ende Juli verabschiedet werden müsse.