Französische Bank bringt Wertpapier-Token in Höhe von 100 Mio. Euro heraus

Die französische Geschäftsbank Société Générale SFH hat eine Anleihe (Pfandbrief) in Höhe von 100 Mio. Euro in einen sogenannten Security-Token verpackt und auf der Ethereum-Blockchain herausgegeben. Dies wurde am 23. April in einer offiziellen Mitteilung bekanntgegeben.

Security-Tokens (zu Deutsch: Wertpapier-Tokens) sind digitale Coins, die an einen Vermögenswert angebunden sind. Der entsprechende Vermögenswert kann so in kleinere digitale Einzelteile heruntergebrochen und auf einer Handelsplattform als Finanzprodukt angeboten werden. Im Falle der Société Générale ist die genannte Anleihe nun also in den OFH-Token umgewandelt worden.

Erklärtes Ziel des Projekts ist es, einen effizienteren Weg für die Herausgabe von Anleihen zu finden. Dabei sollen insbesondere die Transparenz, Übertragung und Abwicklung verbessert werden. In der Mitteilung heißt es dahingehend, dass der OTH-Token „einen neuen Standard für Herausgabe und Handel von Anleihen darstellt, der Kosten reduziert und die Anzahl an Mittelsmännern verringert“.

Im vergangenen September hatte sich die Société Générale an der Entwicklung einer Blockchain-Plattform namens komgo SA beteiligt, auf der Handelswaren (Commodities) digitalisiert werden sollen. Im Zuge dessen ist die französische Bank eine Kooperation mit dem Blockchain-Unternehmen ConsenSys eingegangen, um gemeinsam die entsprechende Plattform an den Start zu bringen.

Im April hat die Privatbank Kleinwort Hambros, die wiederum der Société Générale angehört, ein Blockchain-basiertes Index-Produkt herausgebracht. Die sogenannte Exchange-Traded-Note setzt sich dabei aus 20 Unternehmen zusammen, die direkt oder indirekt vom Aufstieg der Blockchain-Technologie profitieren werden.

Wie gestern berichtet, ist Emmanuel Aidoo, Blockchain-Experte der Schweizer Großank Credit Suisse, davon überzeugt, dass die Unternehmenskultur im Bankenwesen dafür verantwortlich ist, dass die Blockchain noch keine umfassende Verbreitung erfahren hat. Demnach sei die Technologie schon ausreichend ausgereift und gleichsam würde es auch genügend potenzielle Anwendungsmöglichkeiten geben.