Das britische Finanzamt (HMRC) hat die heimischen Kryptobörsen dazu aufgefordert, Nutzer- und Transaktionsdaten offenzulegen, um gegen etwaige Steuerhinterziehung vorgehen zu können.
Krypto-Anleger werden zur Zielscheibe
Laut dem Krypto-Nachrichtenportal Coindesk heißt es von brancheninternen Quellen, dass das Finanzamt an mindestens drei britische Kryptobörsen die entsprechenden Aufforderungen verschickt hat, darunter Coinbase, eToro und CEX.io.
Das HMRC richtet sich an die Kryptobörsen, um Personen ausfindig machen zu können, die sich der Steuerhinterziehung schuldig gemacht haben. Laut den besagten Quellen zieht die Behörde wahrscheinlich aber nur die Daten der letzten zwei bis drei Jahre in Betracht:
„Das Interessante ist, wenn das Finanzamt nur die letzten zwei bis drei Jahre prüft, dann sind Personen, die schon 2012 – 2013 in die Kryptomärkte eingetreten sind, nicht betroffen. Damit sind die Personen, die potenziell den größten Profit gemacht haben, nicht von den Prüfungen betroffen, lediglich diejenigen, die ab dem Rekordhoch dazugekommen sind, werden geprüft.“
Das HRMC soll bestätigt haben, dass es die rechtliche Handhabe besitzt, die Herausgabe der Nutzerdaten einfordern zu dürfen:
„Die Kryptobörsen verfügen über Nutzerdaten und Transaktionsdaten, aus denen womöglich Straftatbestände der Steuerhinterziehung zu erkennen sind und das Finanzamt hat das Recht, die Herausgabe solcher Informationen zu erwirken.“
Vergangenen Dezember hatte das britische Finanzamt erstmals einen Leitfaden zur steuerlichen Einordnung von Kryptowährungen herausgegeben, der sich speziell an Privatanleger gerichtet hat. Darin heißt es, dass Anleger entweder Einkommenssteuer oder Kapitalertragssteuer aus den mit Kryptowährungen erzielten Gewinnen abführen müssen, je nach Ausprägung des jeweiligen Coins.
Steuerbehörden werden zunehmend aktiv
Damit tut es Großbritannien nun auch der Steuerbehörde der USA gleich, die kürzlich an 100.000 Aufforderungen an Krypto-Anleger verschickt hat, in denen sie diese dazu anhält, ihre Steuererklärungen zu ergänzen und ggf. Nachzahlungen oder sogar Strafzahlungen zu entrichten.
Wie Cointelegraph am 1. August berichtet hatte, ist die brasilianische Bevölkerung ab sofort dazu verpflichtet, Krypto-Transaktionen beim Finanzamt anzeigen zu müssen. Diese neuartige Regelung betrifft sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen und Brokerfirmen.
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