Bitcoin-Kritiker übernimmt Leitung von Krypto-Abteilung der BIZ

Ein ehemaliges Mitglied aus dem Aufsichtsrat der Europäischen Zentralbank (EZB) ist bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zum Leiter einer neuen Abteilung für Digitalwährungen und Finanzinnovationen ernannt worden.

In einer offiziellen Pressemitteilung bestätigt die BIZ am 11. November, dass Benoît Cœuré ab dem 15. Januar 2020 die Leitung des sogenannten „Innovation Hub“ übernehmen soll.

BIZ will wichtige Trends erkennen

„Die Aufgabe des Innovation Hubs ist es erstens, entscheidende technologische Trends, die einen Einfluss auf die Zentralbanken haben könnten, auszumachen und zu erforschen. Zweitens soll es öffentliche technologische Dienstleistungen entwickeln, die das globale Finanzsystem verbessern können und drittens soll es zum Thema Innovation als zentrale Anlaufstelle für Zentralbank-Experten dienen“, so die Pressemitteilung.

Cœuré war zuvor schon leiter einer Forschungsgruppe zum Thema Stablecoins. Dies sind Digitalwährungen, die ihre namensgebende Stabilität durch Anbindung an einen anderen Vermögenswert (z.B. Gold oder Landeswährungen) erhalten.

Die Einrichtung des Innovation Hubs ist beleg, dass sich auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich mittlerweile mit Kryptowährungen beschäftigen muss, auch wenn BIZ-Chef Agustín Carstens sich in der jüngsten Vergangenheit wiederholt kritisch gegenüber Bitcoin (BTC) und Co. geäußert hat. Zudem setzt die chinesische Zentralbank mit dem bevorstehenden Start ihrer eigenen Digitalwährung die Zentralbanken anderer Länder zunehmend unter Zugzwang.

Benoît Cœuré kommentiert seine Ernennung derweil wie folgt:

„Ich freue mich sehr, dass ich den Zentralbanken der Welt meine Expertise in diesen Zeiten des technologischen Wandels zur Verfügung stellen kann. Wir müssen Innovationen so gut wie möglich für uns nutzen, um Finanzstabilität und finanzielle Inklusion zu erreichen.“

Kein Wort mehr von der „bösen Brut“

Neben der Schweiz, dem Sitz der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, wird der Innovation Hub auch in Singapur und Hongkong ansässig sein.

Wie Cointelegraph bereits im Oktober berichtete, arbeitet die BIZ im Innovation Hub auch explizit mit der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zusammen. 

Thomas Jordan, der Präsident der Schweizerischen Nationalbank, meinte in diesem Zusammenhang damals, dass sein Institut „technologische Innovationen im Finanzbereich bereits heute sehr aufmerksam verfolgt“.

Die Ernennung von Cœuré zum Leiter des Innovation Hubs birgt allerdings auch ein wenig Zündstoff, denn dieser hatte Bitcoin in der Vergangenheit als „böse Brut der Finanzkrise“ bezeichnet.