Kalifornien: SoKo für Cyber-Kriminalität legt „höchste Priorität“ auf SIM-Swapping

Die amerikanischen Strafverfolgungsbehörden ordnen dem sogenannten „SIM-Swapping“ bei der Bekämpfung von Krypto-Betrug die „höchste Priorität“ zu, wie der Internet-Blog KrebsonSecurity am 7. November berichtet.

Samy Tarazi, ein Polizeiobermeister aus Santa Barbara, sagte gegenüber dem Portal, dass die Zahl derartiger Verbrechen drastisch zugenommen hätte. Tarazi ist ebenfalls Vorgesetzter der Sonderkommission REACT, die sich speziell auf Cyber-Kriminalität fokussiert.

„Im Hinblick auf den Umfang der gestohlenen Beträge und auf die Erfolgsquote der Verbrecher sind die Zahlen von historischer Größe“, wie er in diesem Kontext anmerkt.

Das SIM-Swapping bezeichnet einen Vorgang, bei dem die SIM-Karte eines Smartphones von außen gekapert wird, zum Beispiel indem die Datenbanken des jeweiligen Mobilfunkbetreibers gehackt werden (einen prominenten Fall dieser Art hatte es zuvor gegeben), wodurch Kontrolle über das jeweilige Gerät erlangt werden kann.

Dabei zielen die Angreifer besonders auf sensible Daten wie Login-Informationen und Passwörter für Krypto-Wallets ab, womit sie dann in der Lage sind, das digitale Geld zu stehlen. Tarazi führt dazu weiter aus:

„Wenn jemand um 100.000 US-Dollar beraubt wird, dann ist das ein schweres Verbrechen. Allerdings haben wir es mit einem Angreifer zu tun, der für 99 Cent eine SIM-Karte bei Ebay kauft, diese in ein billiges Wegwerf-Handy steckt und damit Millionen von Dollars stiehlt. Das ist unglaublich.”

Die Sonderkommission REACT, was für Regional Enforcement Allied Computer Team steht, ist in und um Santa Barbara für Cyber-Kriminalität zuständig, wobei sie versucht, das Phänomen SIM-Swapping unter Kontrolle zu bringen.

Die Dringlichkeit ist mittlerweile so hoch, dass es laut Tarazi die Hauptafugabe der Sondereinheit geworden ist.

„Zurzeit hat dies bei REACT die höchste Priorität, wir können davon ausgehen, dass just in diesem Moment auch wieder ein solcher Delikt verübt wird“, so seine Warnung. Dem fügt er an:

„In unserem Zuständigkeitsbereich gibt es besonders viele Opfer.“