Experte: „China wird als erstes eine Zentralbank-Digitalwährung einführen“

Ein Wirtschaftsexperte eines chinesischen Thinktanks ist überzeugt davon, dass China erfolgreich die allererste staatliche Zentralbank-Digitalwährung (CBDC) einführen wird.

Laut dem chinesischen Tech-Nachrichtenportal Pandaily ist Huang Qifan, stellvertretender Vorsitzender des chinesischen Zentrums für internationale Wirtschaftsbörsen (CCIEE), der Meinung, dass Chinas Zentralbank bald eine eigene Digitalwährung auf den Markt bringen und damit zum Vorreiter werden wird.

Digitalwährung soll SWIFT ablösen

Die entsprechenden Äußerungen machte Qifan im Rahmen einer Finanzkonferenz in Shanghai. Dabei zeigte er sich zunächst unzufrieden mit dem momentanen Status Quo, in dem das chinesische Finanzwesen noch stark von den amerikanischen Zahlungssystemen SWIFT und CHIPS abhängig ist, besonders was internationale Überweisungen angeht. Daran stört ihn einerseits, die daraus entstehende Abhängigkeit gegenüber den USA und andererseits, dass diese Zahlungssysteme technisch limitiert sind:

„SWIFT ist überholt, ineffizient und überteuert. Seit SWIFT vor 46 Jahren eingeführt wurde, wurde die dahinterliegende Technologie nur langsam erneuert und die Effizienz ist seit jeher gering.“

China und seine Digitalwährung

Die chinesische Zentralbank hatte im August angekündigt, dass ihre eigene Digitalwährung vor der Fertigstellung steht. Allerdings verstrickte sie sich anschließend in Widersprüche, was ein vermeintliches Veröffentlichungsdatum betrifft. Laut der Global Times braucht die chinesische Zentralbank noch Zeit, um die Marktreife des Projekts zu verbessern.

Das chinesische Parlament hat derweil am 26. Oktober ein neues Gesetz verabschiedet, das einen rechtlichen Rahmen für Kryptographie schaffen soll. Das Gesetz, das ab dem 1. Januar 2020 in Kraft treten soll, wird von Experten als Vorbote der chinesischen Zentralbank-Digitalwährung gesehen.

Kritiker monieren allerdings, dass es sich bei der geplanten Digitalwährung nicht wirklich um eine Kryptowährung handelt. Wie Cointelegraph im August berichtet hatte, soll die Digitalwährung in zwei verschiedenen geschlossenen Systemen operieren und ist nicht vollständig dezentralisiert.