Circle CEO: „Blockchain kann gesellschaftliches Zusammenleben neu definieren“

Die Krypto- und Blockchain-Technologien können die Grundlagen des gesellschaftlichen Zusammenlebens völlig neu definieren, dies meint zumindest der Circle Geschäftsführer Jeremy Allaire. Die entsprechenden Äußerungen tätigte er in einer Podiumsdiskussion, die am 10. April als Teil des Frühlings-Meetings von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) veranstaltet wurde.

Im Rahmen der Diskussionsrunde unter dem Motto „Geld und Zahlungen im digitalen Zeitalter“ ging Allaire sowohl auf die Vorteile als auch auf die Nachteile ein, die sich aus Kryptowährungen und Blockchain ergeben. Moderiert wurde das Gespräch von der IWF-Chefin Christine Lagarde, die weiteren Teilnehmer waren Sarah Youngwood, die Finanzchefin für Privatbanking bei JPMorgan, Benoît Cœuré von der Europäischen Zentralbank (EZB) und Patrick Njoroge, der Gouverneur der kenianischen Zentralbank (CBK).

Als IWF-Chefin Lagarde das Thema Vertrauen in den Vordergrund stellt, betont Allaire, dass Blockchain und Krypto ein besonders hohes Maß an Vertrauen in das Finanzsystem ermöglichen, da die Mechanismen der Technologien lediglich mathematischen Gesetzen unterliegen und keinerlei Autorisierung durch eine zentrale Instanz notwendig ist.

In dieser Dezentralität sieht Allaire eine regelrechte Revolution, da es für den Geldfluss keinerlei zwischengeschalte Mittelsmänner, wie zum Beispiel Banken oder Finanzdienstleister, mehr bräuchte. Durch die Blockchain werden Transaktionen also direkter und unvermittelter, während sie auf Grund der kryptographischen Verschlüsselung gleichzeitig für „deutlich mehr Sicherheit und Datenschutz“ sorgen.

Allaire sieht den Verwendungszweck von Krypto und Blockchain allerdings nicht nur auf digitale Zahlungsabwicklungen beschränkt, sondern weist den Technologien eine noch viel umfassendere und bedeutsamere Rolle zu. So sieht er in diesen „einen grundlegend neuen Weg, wie die Gesellschaft Informationen handhaben kann“. Die damit einhergehenden Implikationen sieht Allaire ähnlich groß und meint:

„Die dezentrale Struktur der Blockchain löst viele wichtige Probleme, die mit der ersten Generation des Internets aufgekommen sind. […] Die Technologie kann die Grundlagen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens deshalb völlig neu definieren.“

Im Anschluss an die Diskussionsrunde sagte IWF-Chefin Lagarde, dass Finanzdienstleister das System von innen revolutionieren, indem sie auf die Distributed-Ledger-Technologie (Blockchain) setzen. Dahingehend führte sie beispielhaft den neuen Stablecoin von JPMorgan an und nannte die Bemühungen verschiedener Zentralbanken, die Digitalwährungen ebenfalls zunehmend als Chance begreifen.

Circle Geschäftsführer Jeremy Allaire hat kürzlich prognostiziert, dass sich Stablecoins, die offene Standards nutzen, langfristig durchsetzen werden. Das Unternehmen hat im September 2018 einen eigenen Stablecoin namens USD Coin auf den Markt gebracht, der an den US-Dollar angebunden ist. Auch immer mehr Banken springen auf den Zug auf, so haben im März sechs internationale Banken vereinbart, ihre jeweiligen Stablecoins auf der Blockchain-Plattform von IBM zu veröffentlichen.