JPMorgan Chase-Chef: Kryptoprojekte keine Bedrohung für Bankensystem

Der CEO von JPMorgan Chase Jamie Dimon sagte, dass er nicht glaube, dass Kryptowährungsprojekte eine existenzielle Bedrohung für das Kerngeschäft von JPMorgan darstellen würden. 

In einem Interview mit Yahoo Finance am 27. Juni sprach Dimon über die möglichen Auswirkungen von Krypto auf das bestehende Bankensystem:

"Es gehen bei uns täglich 6 Bio. US-Dollar um die Welt. Das ist sehr billig, sehr sicher und es funktioniert. Und das Bankensystem hat bereits Zelle, Real-Time-p2p und The Clearance House aufgebaut. Diese ermöglichen Echtzeit-Zahlungen über das Bankensystem. Das alles haben wir bereits."

Dimon betonte außerdem, dass alle Transaktionen den regulatorischen Anforderungen in Bezug auf die Überprüfung der Kundenidentität und Geldwäschebekämpfung entsprechen.

Der CEO erklärte zwar, dass das Kerngeschäft der Bank wahrscheinlich keine Bedrohung durch Krypto zu befürchten habe, verwies aber auch darauf, dass sie einen gesunden Wettbewerb bieten würden und dass einige Unternehmen "uns unser Mittagessen wegschnappen wollen".

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, entwickele das Unternehmen Dimon zufolge ständig neue Angebote, wie Freihandel, Robo-Investitionen und andere Dienstleistungen für seine Kunden.

JPMorgan plant, bis Ende 2019 seine eigene Kryptowährung JPM Coin herauszubringen. Umar Farooq, der Leiter der Abteilung für digitale Treasury-Services und Blockchain bei JPMorgan, erklärte, dass der Stablecoin der Bank das Potenzial habe, eine "sofortige" Lieferung von Anleihen über die Blockchain zu ermöglichen. 

Wie Cointelegraph bereits berichtete, hat der Goldman Sachs-Chef David Solomon gesagt, er glaube, dass globale Zahlungssysteme sich in Richtung Stablecoins entwickeln würden. "Es ist anzunehmen, dass alle großen Finanzinstitute auf der ganzen Welt das Potenzial von Tokenisierungen, Stablecoins und reibungslosen Zahlungen erkennen", sagte er.

Solomon vermutete auch, dass Technologieriesen wie Facebook die regulatorischen Beschränkungen, denen Banken unterliegen, gerne vermeiden würde. Damit sei es wahrscheinlicher, dass das Unternehmen versuchen würde, Partnerschaften zu schließen, anstatt selbst ein Finanzinstitut zu werden.