US-Finanzministerium: Facebook Libra muss höchste Standards der Geldwäschebekämpfung einhalten

Die Facebook Kryptowährung Libra muss die höchsten Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche (AML) und Terrorismusfinanzierung einhalten, um Grünes Leicht von den amerikanischen Behörden zu bekommen.

Dies hat Sigal Mandelker, die Staatssekretärin der Abteilung zur Bekämpfung von Finanzkriminalität und Terrorismusfinanzierung im US-Finanzministerium, am 10. September gegenüber Reuters betont.

Kryptowährungen müssen sich an die Regeln halten

Laut Bericht hatte Sigal Mandelker die entsprechenden Äußerungen in Genf gemacht, wo sie derzeit mit einigen Vertretern anderer internationaler Aufsichtsbehörden zum Thema Kryptowährungen berät. Die Messlatte liegt demnach nicht nur für Libra hoch, sondern gilt auch für alle anderen Kryptowährungen, die weder für Geldwäsche noch für Terrorismusfinanzierung missbraucht werden dürften.

In diesem Zusammenhang hob sie gleichsam hervor, dass den Schweizer Behörden eine besondere Rolle bei der Überwachung der Einhaltung dieser Standards zufällt, da sich das Land explizit als Anzugspunkt für Kryptowährungen positioniert hat.

Libra bereitet den Behörden Sorgen

Die Aufsichtsbehörden vieler Länder zeigen sich ähnlich besorgt, was Facebook Libra angeht. So meinte Yves Mersch, ein leitender Jurist der Europäischen Zentralbank (EZB), zuletzt, dass Libra „verlockend, aber gefährlich“ sei.

Derweil ist eine Gruppe von US-Parlamentariern kürzlich in die Schweiz gereist, um mit den dortigen Aufsichtsbehörden über die Regulierung von Facebook Libra zu sprechen. Der Social-Media-Konzern ist scheinbar bewusst auf die Schweiz ausgewichen, um den strengen Auflagen aus dem Weg zu gehen, weshalb sich US-Politiker umso besorgter zeigen, dass ihr Zugriff auf das Projekt dadurch schwindet. Obwohl der Besuch in der Schweiz als positiv bewertet wurde, sind die Sorgenfalten der amerikanischen Abgeordneten dadurch nicht kleiner geworden.

Gleichsam versucht Facebook auch in den USA, auf die heimische Politik einzuwirken, so hatte das Unternehmen zuletzt zwei namhafte Lobbyfirmen engagiert, um für das eigene Krypto-Projekt zu werben.

Mark Carney, der Chef der Zentralbank von England, verfährt derweil nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“. So schlägt der englische Zentralbankchef vor, dass es eine radikale Umstrukturierung des Finanzsystems bräuchte, in deren Mittelpunkt eine Digitalwährung à la Facebook Libra stehen könnte.