Nasdaq-CEO: ICOs stellen für Privatanleger wegen fehlender Aufsicht 'ernste Risiken' dar

Nasdaq-CEO Adena Friedman hat vor kurzem erklärt, Initital Coin Offerings (ICOs) würden "ernsthafte Risiken" für Privatanleger darstellen, berichtete CNBC am 20. Juni.

Auf der Future of Fintech-Konferenz am Mittwoch in New York äußerte Friedman "wirkliche Besorgnis" über ICO-Projekte und sagte, dass diese Privatanleger ernsthaft täuschen können. Friedman sagte, dies sei vor allem das Ergebnis unzureichender Information der Öffentlichkeit sowie mangelnder Transparenz, Regulierung und Haftung.

"Es zu einem Spiel ohne Regeln zu machen, wenn Unternehmen das Geld der Leute einfach so nehmen ohne Informationen anzubieten, ohne Governance, klingt das für mich so, als wenn Sie die Leute ausnutzen wollen."

Friedman betonte, dass die Opfer von ICO-Betrug in der Regel Anfänger seien, die kaum Zugang zu Informationen hätten. Während die U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) von Unternehmen verlangen würde, dass sie Privatanlegern und Banken bei Börsengängen (Initial Public Offerings, IPOs) die gleichen Daten zur Verfügung stellen, gäbe es bei ICOs "fast keine Aufsicht", so Friedman.

"Im ICO-Bereich ist nichts davon verfügbar, und das alles wird alles akzeptiert. ...Ich habe bei diesen Unternehmen echte Bedenken wegen mangelnder Transparenz, Aufsicht und Haftung bei der Kapitalbeschaffung über ICOs."

Friedman sagte außerdem, sie sympathisiere mit den Behauptungen der SEC, dass ICOs Wertpapierangebote seien, und fügte hinzu: "Ich unterstütze die SEC dabei."

Vor kurzem hatte CBOE Global Markets President Chris Concannon behauptet, dass der ICO-Markt bald mit einer doppelten regulatorischen "Abrechnung" konfrontiert sein könnte, sollte die SEC ICOs als nicht registrierte Wertpapiere einstufen. Die erste "Welle" würde kommen, wenn eine Reihe von ICO-Projekten als Verletzung der bestehenden Wertpapiergesetze angesehen würde und die Bestände der Investoren "wertlos gemacht" würden. Anschließend würden diese Investoren Sammelklagen gegen die ICO-Betreiber einreichen.

Am 19. Juni kündigte der Kryptoverfechter John McAfee an, dass er die Förderung von ICO-Projekten wegen angeblicher Drohungen der SEC einstellen werde. McAfee, der Anfang Juni seine erneute Bewerbung als Präsidentschaftskandidat bekanntgab, hatte zuvor behauptet, dass er 105.000 Dollar pro Tweet verlange, um Kryptowährungsprojekte und -produkte zu promoten.