„Nicht alle über einen Kamm scheren“: Ripple fordert ausdifferenzierte Krypto-Regulierung

Der Blockchain-Zahlungsdienstleister Ripple hat am 28. Juli einen offenen Brief an die Aufsichtsbehörden der USA verfasst und fordert darin eine ausdifferenzierte Regulierung der Branche.

Nachdem die parlamentarischen Anhörungen zu Facebook Libra in der amerikanischen Politik überwiegend einen kritischen Tenor zu Kryptowährungen ausgelöst haben, sieht sich Ripple Geschäftsführer Brad Garlinghouse dazu gezwungen, einen Appell an Washington zu richten, in dem er um eine faire und unvoreingenommene Behandlung der Branche bittet.

So betont Garlinghouse schon zu Beginn seines Briefes, dass Krypto-Unternehmen überwiegend gute Absichten haben und nicht mit Libra in Sippenhaft genommen werden sollten:

„Viele Unternehmen der Blockchain- und Kryptobranche handeln verantwortungsbewusst. Wir halten uns an amerikanisches und internationales Recht. Wir verpflichten uns, dem Gemeinwohl zu dienen.“

Ripple betreibt diese Klarstellung allerdings auch aus Eigeninteresse, da das Unternehmen mit XRP die momentan drittgrößte Kryptowährung auf dem Markt hat.

Das Unternehmen ist bereits mit vielen namhaften Banken eine strategische Partnerschaft eingegangen, da Ripple es sich mit dem eigenen Blockchain-Zahlungsnetzwerk zur Aufgabe gemacht hat, den internationalen Zahlungsverkehr effizienter zu machen.

Allerdings stand das Unternehmen wiederholt in der Kritik der Krypto-Community, da bisher noch ungeklärt ist, wie eng Ripple und die Kryptowährung XRP miteinander verwoben sind. Einige Stimmen vermuten, dass die Kryptowährung nicht wirklich dezentral ist, was den Krypto-Grundgedanken untergraben würde.   

In seinem heutigen Brief gibt Garlinghouse diesen Befürchtungen neue Nahrung, da er Zentralbanken und Regierungen für ihre Geldpolitik lobt.

In diesem Zusammenhang hebt der Ripple Geschäftsführer die entscheidende Eigenschaft der Vertrauenswürdigkeit hervor, die er für jede Form der Währung als zwingend notwendig erachtet:

„Wir sehen Zentralbanken und deren Geldpolitik als wichtigen Grundpfeiler für den Erhalt einer Währung, da sie die komplexen Verstrickungen mit der Weltwirtschaft abfangen können. Diese Aufgabe ist am besten in den Händen der Regierung aufgehoben, da Vertrauenswürdigkeit die Grundvoraussetzung für jede Währung ist.“  

Abschließend bittet Garlinghouse in seinem Brief darum, dass der innovative Geist der Branche nicht vertrieben wird, ehe er Gelegenheit hat, auch im eigenen Land Früchte zu tragen:  

„Wir bitten Sie darum, eine Krypto-Regulierung umzusetzen, die nicht zum Nachteil amerikanischer Unternehmen ist, die mit dieser innovativen Technologie verantwortungsbewusst umgehen. Gleichsam sollte darin auch deutlich zwischen verschiedenen Kryptowährungen differenziert werden, damit nicht alle über einen Kamm geschoren werden.“   

Wie Cointelegraph zuvor berichtet hatte, wird die amerikanische Politik demnächst weitere Anhörungen zu Blockchain und Krypto abhalten.