Bericht: Mitgründer der QuadrigaCX hat Identität gewechselt

Überraschende Wendung im Fall der QuadrigaCX, einer der Mitgründer der kontroversen Kryptobörse soll wegen mehrerer Verbrechen vorbestraft sein, wie das amerikanische Nachrichtenportal Bloomberg am 19. März berichtet.

Michael Patryn, der 2013 zusammen mit Gerald Cotten die kanadische QuadrigaCX gegründet hatte, war zuvor als Omar Dhanani bekannt, unter diesem Namen soll er in den USA mehrfach straffällig geworden sein.

Dies könnte ein wichtiges Detail im mysteriösen Fall der QuadrigaCX sein, die Kryptobörse hat nämlich Gelder in Höhe von 145 Mio. US-Dollar verloren, nachdem Gründer und Geschäftsführer Gerald Cotten im Dezember 2018 plötzlich verstorben war. Cotten soll als einzige Person über die Zugangsdaten für die Wallets verfügt haben, auf denen die Gelder der Kunden deponiert sind. Das anschließende Gerichtsverfahren bringt immer wieder neue kontroverse Details hervor, die große Wirtschaftsprüfung Ernst & Young wurde derweil als neutraler Beobachter eingesetzt.

Partyn soll die QuadrigaCX allerdings 2016 verlassen haben, da es wohl grundlegende Differenzen zwischen ihm und Cotten gab, wie das Unternehmen geführt werden solle. Die kanadische Zeitung Globe and Mail schreibt jedoch, dass Patryn und seine Lebensgefährtin Lovie Horner weiterhin zu den größten Anteilseignern der Firma gehören.

Wie das kanadische Blatt außerdem berichtet, hat Patryn kürzlich abgestritten, zuvor den Namen Dhanani getragen zu haben. Dem steht nun die neue Recherche von Bloomberg entgegen, denn das Magazin hat offizielle Dokumente vorliegen, die bestätigen, dass Patryn zwei Namensänderungen vollzogen hat. Zunächst hat er 2003 seinen Nachnamen Dhanani abgelegt, ehe er 2008 auch den Vornamen Omar niederlegte.

Omar Dhanani, wie Michael Patryn also ursprünglich hieß, wurde 2005 in den USA zu einer 18-monatigen Haftstrafe wegen Datendiebstahl verurteilt. Laut Bloomberg bekannte sich der damals 22-jährige Dhanani schuldig, die Hacker-Seite shadowcrew.com betrieben zu haben, auf der mehr als 1,5 Millionen geklaute Daten von Kredit- und Bankkarten verkauft wurden.   

Darüber hinaus hat Dhanani sich 2007 auch für weitere Verbrechen schuldig bekannt, darunter Einbruch, Diebstahl und Betrug, wie Unterlagen des kalifornischen Landesgerichts zeigen sollen.

Nachdem Patryn zurück nach Kanada abgeschoben wurde, versuchte er sich als Bitcoin (BTC) Unternehmer. Auf der Jobbörse LinkedIn heißt es dazu in seinem Profil, dass er derzeit in Vietnam ansässig ist und zuvor als Gründer und Geschäftsführer der Firma Fintech Ventures Group (FVG) tätig war.

Des Weiteren gibt Patryn aber keine konkreten Details über seine Vergangenheit an, sondern behauptet lediglich, dass er zwischen 1999 – 2013 in verschiedenen IT-Unternehmen gearbeitet habe, die einen Bezug zu Digitalwährungen hatten.

Unterdessen hat Jennifer Robertson, die Witwe von Mitgründer Gerald Cotten, kürzlich bekanntgegeben, dass dieser die Kryptobörse lange Zeit mit seinem eigenen Vermögen über Wasser gehalten hatte, als diese sich mit einer großen kanadischen Bank im Rechtsstreit befand.