US-Justizministerium wirft Hackergruppe SIM-Swapping vor

Das US-Justizministerium hat am 9. Mai eine Klageschrift mit fünfzehn Anklagepunkten veröffentlicht. Darin wird einer Hackergruppe namens "The Community" SIM-Swapping vorgeworfen. Damit sollen sie Kryptowährungen gestohlen haben.

Der US-Rechtsanwalt Matthew Schneider und die Mitarbeiterin der US-Einwanderungs- und Zollbehörde Angie Salazar haben die Anklage im östlichen Bezirk von Michigan präsentiert. Laut Salazar wurde die Ermittlung vom Heimatschutzministerium auf zwei Kontinenten geleitet.

Der Anklage zufolge wurde fünf Amerikanern und einem Iren Verschwörung im Zusammenhang mit Überweisungsbetrug, Überweisungbetrug und schwerwiegendem Identitätsdiebstahl vorgeworfen. Drei ehemaligen Mitarbeitern von Mobilfunkanbietern wurde im Rahmen einer Strafanklage Überweisungsbetrug im Zusammenhang mit "The Community" vorgeworfen.

Im Dokument heißt es, dass die Hackergruppe SIM-Swapping nutzte. Das ist eine Art von Identitätsdiebstahl, der im Allgemeinen eine Schwäche der Zwei-Faktor-Authentifizierung ausnutzt. Der Täter übernimmt in der Regel die Kontrolle über das Mobiltelefon der Zielperson, indem er den Mitarbeiter des Mobilfunkanbieters überzeugt oder besticht, um die Telefonnummer einer SIM-Karte zu ändern, die von den Hackern kontrolliert wird.

Nachdem sie die Nummern ihrer Opfer erfolgreich geändert hatten, gelang es "The Community", Zugang zu ihren Online-Konten zu erhalten, darunter Konten auf Kryptowährungsbörsen und Wallets. Bei diesem Betrug wurden Kryptowährungen im Wert von ca. 2,2 Mio. Euro an Wallets geschickt, die der Hackergruppe gehörten. Der Rechtsanwalt Schneider erklärte, dass in diesem Fall drei Mitarbeiter des Mobilfunkanbieters angeblich den Swappern dabei geholfen hätten, Geld zu stehlen.

Für Verschwörung zum Überweisungsbetrug und Überweisungsbetrug droht eine Höchststrafe von jeweils 20 Jahren Gefängnis. Indessen könnte eine Verurteilung wegen schwerwiegenden Identitätsdiebstahls bis zu zwei Jahre Gefängnis für die Angeklagten bedeuten.

Laut der irischen Nachrichten-Webseite The Journal wurde ein 20-jähriger Mann aus Dublin auf Bitten der US-Behörden in Irland verhaftet und wartet derzeit auf seine Auslieferung.

Wie Cointelegraph zuvor berichtete, veröffentlichte eine Strafverfolgungsgruppe im November 2018 einen Bericht über das SIM-Swapping. In diesem erklärte sie, dass diese Methode in Kalifornien immer beliebter geworden sei.

Indessen wurde im Januar einem 21-jährigen Amerikaner vorgeworfen, 21,4 Mio. Euro in Krypto mittels SIM-Swapping gestohlen zu haben. Im Februar wurde ein New Yorker wegen einem solchen Vergehen angeklagt. Das war die erste gerichtliche Verhandlung im Zusammenhang mit SIM-Swapping.