Frankreich: Finanzminister kritisiert Facebooks Libra erneut

Der französische Wirtschafts- und Finanzminister hat Facebooks digitale Währung Libra erneut kritisiert und gesagt, dass er eine solche Währung nicht zulassen könne.

Le Maire: Frankreich: "Klare Haltung" zu Libra

In einem Meinungsartikel für die Financial Times am 17. Oktober behauptete Bruno Le Maire, dass der Libra den nationalen Regierungen die Macht über Währungen entziehen würde.

Auch der deutsche Finanzminister Olaf Scholz hat sich Anfang des Monats ähnlich geäußert. Le Maire schrieb:

"Ich kann nicht zulassen, dass eines der mächtigsten Instrumente eines souveränen Staates, die Geldpolitik, einem Unternehmen in die Hand gegeben wird, das keiner demokratischen Kontrolle unterliegt." 

Frankreich hat eine strenge Haltung gegenüber dem Libra, der weiterhin von Regierungen auf der ganzen Welt unter Druck gesetzt wird.

Zuvor hatte Le Maire angekündigt, dass Frankreich die Entwicklung von diesem nicht zulassen könne, da das unter anderem ein Risiko für die Finanzstrukturen der Europäischen Union darstellen würde.

Seine jüngsten Kommentare untermauern diese Argumente. Facebook, so seine Argumentation, könne nicht in gleichem Maße Vertrauen gewinnen wie das traditionelle Finanzsystem von Regierungen und Zentralbanken.

Le Maire erklärte abschließend:

"Die Haltung Frankreichs ist eindeutig: Wir wollen, dass Finanzinnovationen die Souveränität der Staaten respektieren. Weder politische noch monetäre Souveränität kann mit privaten Interessen geteilt werden."

Bitcoin-Anhänger reagieren ironisch

Wie Cointelegraph kürzlich berichtete, haben Bitcoin-Anhänger die Einwände der Politiker gegen den Libra weitgehend mit einem Lachen abgetan. 

Saifedean Ammous hat in seinem beliebten Buch mit dem Titel "The Bitcoin Standard" erklärt, es seien eigentlich die Regierungen und Zentralbanken, die die Währungen, die sie nun bedroht sehen, manipulieren und destabilisieren.

Die Abweichung vom Goldstandard im Jahr 1914 nach dem keynesianischen Wirtschaftsmodell habe den Zentralbanken erlaubt, in die Währungsentwicklung einzugreifen, und damit die Instabilität von Fiatwährungen praktisch garantiert, so Ammous.

Bitcoin hingegen nehme zentralen Behörden insgesamt genau diese Kontrolle.