Libra-Mitglied PayPal stärkt Facebook-Kryptowährung den Rücken

Der Zahlungsdienstleister PayPal, der in unterstützender Funktion an der Facebook Kryptowährung Libra beteiligt ist, zeigte sich am 14. September vorsichtig optimistisch, was die Pläne des Social-Media-Konzerns angeht.  

Gabrielle Rabinovitch, PayPals Vize-Präsidentin für Investorbeziehungen, hat die entsprechenden Äußerungen gegenüber der Nachrichtenagentur Agence France Press (AFP) gemacht, wobei sie betont, dass die Teilnahme des Zahlungsdienstleisters an der Libra Association „keine rechtlich bindende Zusage“ ist.

„Offensichtlich gibt es noch viel zu tun, ehe wir an den Punkt kommen, an dem Libra mehr als nur eine tolle Idee ist.“

„Den Zugang zu Geld demokratisieren“

Wie zuvor berichtet, ist die Libra Association eine unabhängige, nicht-gewinnorientierte Organisation, die die Verwaltung der Libra Blockchain übernehmen soll. Zum jetzigen Zeitpunkt konnte Facebook 28 namhafte Unternehmen als Gründungsmitglieder der Organisation gewinnen, darunter PayPal, Visa, Mastercard, Uber und Spotify. Um die Teilhaberschaft zu erhalten, musste jedes Unternehmen jeweils 10 Mio. US-Dollar in das Projekt investieren.

Zuletzt ist Libra mehr und mehr in die Kritik geraten, wobei besonders Regierungen und Aufsichtsbehörden mittlerweile Alarm schlagen. Nichtsdestotrotz gibt Rabinovitch an, dass sich die grundlegenden Ziele von Libra letztendlich mit den Absichten von PayPal decken.

Dahingehend hebt sie besonders die Idee hervor, den „Zugang zu Geld demokratisieren zu wollen“, die sich Libra auf die Fahne geschrieben hat, was auch auch bei dem Zahlungsdienstleister Anklang findet, weshalb dieser „weiterhin von Libras Potenzial überzeugt ist“.

Dieses Bekenntnis dürfte Facebook freuen, da zuletzt Gerüchte die Runde machten, dass bereits drei Mitglieder der Libra Association auf Grund des steigenden politischen Drucks ihren Rückzug erwägen.

Facebook bleibt trotz Kritik zuversichtlich

Obwohl sich Politiker in ihrer Kritik an Libra in immer neue Sphären steigern, zeigte sich Bertrand Perez, der Generaldirektor der Libra Association, letzte Woche zuversichtlich, dass die Kryptowährung im 2. Halbjahr 2020 planmäßig an den Start gehen kann, da alle Bedenken der Aufsichtsbehörden bis dahin ausgeräumt werden sollen.

Die Äußerungen von Perez waren dabei scheinbar eine Antwort auf die harsche Kritik des französischen Finanzministers Bruno Le Maire, der zuletzt gar forderte, dass Libra innerhalb der Europäischen Union keine Zulassung erhalten solle, da er hierdurch die „Währungshoheit der Nationen“ in Gefahr sieht.

Auch die deutschen Kollegen von Le Maire gaben sich in dieser Woche kritisch gegenüber Libra und entgegneten, dass es stattdessen eine europäische Antwort auf Libra geben muss. Eine Forderung, die zuvor auch der französische Finanzminister in den Raum gestellt hatte.

Heute treffen sich 25 europäische Zentralbänker und Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB), um mit den Gründern von Libra über die Facebook Kryptowährung zu beraten.