Broker: Interesse an Kryptowährungen steigt weiter, Libra-Kritik wirkt positiv

Der Geschäftsführer der großen Brokerfirma TD Ameritrade bestätigt, dass unter den Anlegern das Interesse an Kryptowährungen weiterhin zunimmt. Dies berichtet das Nachrichtenportal The Street am 23. Juli.

Im Interview mit TheStreet gibt TD Ameritrade Geschäftsführer Tim Hockey an, dass sein Unternehmen immer noch eine steigende Nachfrage bezogen auf den Handel von Kryptowährungen feststellt.

Anleger zeigen sich von Krypto-Kritik unbeirrt

Damit widerspricht Hockey deutlich der Vermutung, dass die kritische Diskussion um die Facebook Kryptowährung Libra für eine negative Wahrnehmung der Anlageklasse gesorgt haben könnte. Anstatt in den ablehnenden Tenor der Politik einzustimmen, würden sich Anleger allerdings vielmehr darum bemühen, neue Wege zu finden, um Profit zu machen, so Hockey. Dementsprechend bewertet er die momentane mediale Aufmerksamkeit für die Kryptobranche als Plus:

„Besonders durch die Diskussion um Libra und den jüngsten Aufwärtstrend von Bitcoin ist wieder ein gesteigertes Interesse zu bemerken.“

Kryptowährungen im Visier der Politik

Die Einschätzungen des Ameritrade Geschäftsführers stehen vor dem Hintergrund wachsender Ablehnung gegenüber der Facebook Kryptowährung Libra. 

So hatten sich zuletzt die Finanzminister der G7-Staaten gemeinschaftlich dazu geäußert und eine strenge Regulierung des Projekts angekündigt.

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire hatte schon zuvor befürchtet, dass Facebook sich mit der Herausgabe einer eigenen Währung „auf das Hoheitsgebiet der Nationalstaaten begibt“, auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz schlug letzte Woche in dieselbe Kerbe.

In den USA wurde die Kritik bisher am lautesten, wobei sich Libra-Projektleiter David Marcus schon in zwei verschiedenen parlamentarischen Anhörungen den Fragen der Abgeordneten stellen musste. Dabei wurde besonders angezweifelt, dass Facebook sich um den nötigen Datenschutz der Libra-Nutzer kümmern würde.

So meinte zum Beispiel Senatorin Elizabeth Warren, die auch als mögliche Präsidentschaftskandidatin gilt, dass der Social-Media-Konzern gänzlich andere Absichten hätte, was sich allein schon aus dessen bisherigem Verhalten schließen lässt:

„Facebook ist besonders gut darin, die persönlichen Daten der Nutzer zu Geld zu machen. […] Ich halte es für zweifelhaft, dass Sie [Marcus] keinen Grund dazu sehen, die Daten der einzelnen Plattformen zu verknüpfen.“

Präsident Donald Trump und US-Finanzminister Steven Mnuchin hatten die Kryptobranche im Vorlauf zu den Anhörungen sogar noch heftiger angegriffen, als sie sagten, dass Bitcoin „nur auf heißer Luft“ basieren würde. Schon damals sahen Experten darin jedoch eine Bestätigung für die Branche, was wiederum die heutigen Aussagen von Ameritrade Geschäftsführer Hockey stützt.