Australischer Regierungsmitarbeiter wegen illegalem Krypo-Mining vor Gericht

Ein australischer Regierungsmitarbeiter soll sich heute vor Gericht verantworten, weil er mutmaßlich staatliche IT-Systeme missbraucht habe, um Kryptowährung für persönlichen Profit zu minen. Die australische Bundespolizei hat dies am 21. Mai bekanntgegeben.

Die australische Bundespolizei behauptet, dass der 33-jährige Mann, dessen Name nicht genannt wurde, seinen Zugang als IT-Dienstleister genutzt habe, um "Programme so zu manipulieren, dass er die Rechenleistung des Computernetzwerks der Behörde für Kryptowährungs-Mining nutzen kann". Der mutmaßliche Profit aus seinen illegalen Mining-Aktivitäten beliefen sich auf umgerechnet 5.561 Euro.

Der Mann muss vor dem Amtsgericht in Sydney erscheinen, nachdem es am 5. März eine Razzia in seinem Wohnsitz in Sydney durch die australische Bundespolizei gab. Dabei sollen die Beamten seinen Laptop, sein Telefon, seinen Mitarbeiterausweis und seine Dateien beschlagnahmt haben. Ihm werden zwei Tatbestände vorgeworfen:

"Unerlaubte Änderung von Daten, um eine Beeinträchtigung zu verursachen, ein Verstoß nach § 477 Abs. 2 des Strafgesetzbuchs 1995" sowie "Unerlaubte Änderung von beschränkt zugänglichen Daten, ein Verstoß nach § 478 Abs. 1 des Strafgesetzbuchs 1995".

In einer Erklärung betonte der amtierende Kommandant Chris Goldsmid, der Leiter für Operationen gegen Cyberverbrechen, die Schwere der angeblichen Verstöße durch eine Person im öffentlichen Dienst. Er erklärte:

"Die australischen Steuerzahler vertrauen darauf, dass öffentlich Angestellte mit größter Integrität wichtige Aufgaben für unsere Gemeinschaft übernehmen. Jedes mutmaßliche kriminelle Verhalten, das dieses Vertrauen zum persönlichen Vorteil missbraucht, wird untersucht und strafrechtlich verfolgt."

Bei einer Verurteilung wegen den genannten Anklagepunkten droht eine Freiheitsstrafe von jeweils bis zu zehn und zwei Jahren, so die Bekanntgabe der australischen Bundespolizei.

Wie Cointelegraph berichtete, ist die Polizei bereits zuvor gegen Verdächtige vorgegangen, denen vorgeworfen wurde, Strom von öffentlichen Anbietern gestohlen zu haben, um Kryptowährungen für persönlichen Profit zu minen. Im vergangenen Jahr allein gab es derartige Fälle  in Deutschland, Taiwan und China.

Im Mai 2018 berichtete Cointelegraph, dass Mitarbeiter des örtlichen Hauptpräsidiums der Nationalen Polizei in der ukrainischen Stadt Rivne mutmaßlich vier Monate lang illegal Krypto an ihrem Arbeitsplatz gemint hätten.