Die etwaige Facebook Kryptowährung könnte dem Social-Media Konzern bis 2021 ca. 19 Mrd. US-Dollar an zusätzlichem Umsatz bescheren, wie CNBC am 11. März berichtet.

Der Barclays-Analyst Ross Sandler hat in einem Anleger-Rundschreiben die Prognose aufgestellt, dass eine solche Kryptowährung einen völlig neuen Umsatzweg für Facebook eröffnen könnte, was Balsam für den zuletzt so arg gebeutelten Kurswert des Unternehmens wäre.

In seiner Prognose schreibt Sandler, dass ein solcher Krypto-Umsatzweg „eine dringend benötigte Abwechslung in der Historie des Unternehmens ist“, da nicht durch Werbung generierter Umsatz ein Lichtblick für die Aktionäre von Facebook wäre. Selbst bei einer konservativen Schätzung geht Sandler von einer Umsatzsteigerung von mindestens 3 Mrd. US-Dollar aus.

Der Barclays-Analyst verweist auf ein ähnliches Facebook Projekt, einen Zahlungsdienst, der ähnlich zu der jetzt geplanten Kryptowährung wirken sollte. Die in Kalifornien ansässige Firma The Menlo Park war 2010 mit der Entwicklung der sogenannten „Facebook Credits“ beauftragt. Die besagten Credits waren dabei eine Art Guthaben, die zuvor durch Echtgeld-Zahlungen aufgeladen werden mussten und dann innerhalb von Apps angewendet werden konnten.

Das Projekt scheiterte damals unter anderem an der Tatsache, dass Facebook die Transaktionskosten beim Tausch zwischen Fiat-Währung und Digitalwährungen übernehmen musste, eine Problematik, die bei der geplanten Kryptowährung weitaus weniger schwer wiegen soll, was dieser Geschäftsidee neues Leben einhaucht.

Sandler vermutet, dass der „Facebook Coin“ zweckgebunden sein wird und in diesem Falle vornehmlich eine Funktion als Zahlungsmittel einnimmt. Dementsprechend soll der Coin als Stablecoin gestaltet sein, um ein Maximum an Wertbeständigkeit garantieren zu können. Damit sollen dann sogenannte Mikro-Transaktionen und Peer-To-Peer (P2P) Geldsendungen zwischen Nutzern ermöglicht werden, was ähnlich dem „Credits System von 2010 wäre“.

Abschließend ordnet der Barclays-Analyst den Maßstab des Krypto-Projekts ein und meint dahingehend, dass Facebook große Ambitionen habe. Dazu verweist er auf David Marcus, Leiter der Krypto- und Blockchain-Abteilung bei Facebook, der zuvor einer der leitenden Köpfe bei PayPal war. Des Weiteren zeigt Sandler auf, dass das Unternehmen zuletzt mehrere Mitarbeiter des Blockchain-Startups Chainspace abgeworben hat.

Nachdem Bloomberg im Dezember 2018 von einer geplanten Facebook Kryptowährung berichtet hatte, hat kürzlich auch die New York Times (NYT) ins gleiche Horn gestoßen und meint in ihrem Artikel, dass der Social-Media Konzern „da ansetzen möchte, wo Bitcoin gescheitert ist“. Laut New York Times sollen mehr als 50 Mitarbeiter an dem geheimen Krypto-Projekt arbeiten. Außerdem sei geplant, dass der Coin bei WhatsApp, Facebook Messenger und Instagram eingebaut werden soll, um maximale Reichweite zu schaffen.

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