Russische Zentralbank nennt Vor- und Nachteile von Zentralbank-Digitalwährungen (CBDCs)

Die russische Zentralbank hat offiziell die Vor- und Nachteile aufgeführt, die sich aus ihrer Sicht durch sogenannte Zentralbank-Digitalwährungen (CBDC) ergeben. Dies geht aus einer entsprechenden Stellungnahme vom 18. April hervor.

In dem Schreiben namens „Gibt es eine Zukunft für Zentralbank-Digitalwährungen“ führt die russische Zentralbank gleich mehrere mögliche Vorteile der CBDCs an, darunter eine Reduzierung der Transaktionskosten für die Wirtschaft, außerdem wären diese ein Anlageprodukt mit geringem Risiko und hoher Liquidität.

Allerdings nennt die Zentralbank gleichsam den Vorbehalt, dass CBDCs die Transaktionskosten lediglich reduzieren können, sobald es geeignete technische Anwendungen gibt, die eine größere Benutzerfreundlichkeit für Zahlungsabwicklungen bieten als Fiat-Währungen oder Bankkarten bieten.  

Als einziges wirkliches Gegenargument nennt die Zentralbank fehlende Anonymität bei der Nutzung von CBDCs. Besonders im Vergleich zum Bargeld mangelt es den CBDCs am Datenschutz der Verbraucher.

Dahingehend heißt es:

„CBDCs können de facto nicht das gleiche Level an Anonymität bieten wie Bargeld. Für Aufsichtsbehörden ist dies zwar ein Vorteil, aber aus Nutzersicht ist dies ein klarer Nachteil, und zwar nicht nur für Personen, die illegale Machenschaften betreiben, sondern auch für normale Nutzer, die sich um ihren Datenschutz sorgen.“

Des Weiteren sieht die russische Zentralbank die CBDCs konkurrenzfähig zu den üblichen Dienstleistungen der Privatbanken, vorausgesetzt es herrschen niedrige Inflation und geringe Zinssätze. Allerdings könnten sie das Bargeld nur ersetzen, falls Liquidität und Benutzerfreundlichkeit ein ausreichend hohes Maß erreichen.

Eine Zentralbank-Digitalwährung (CBDC) ist eine Digitalwährung, die (namensgebend) von einer Zentralbank herausgegeben wird, einen Status als gültiges Zahlungsmittel hat und ähnliche Eigenschaften wie eine Fiat-Währung besitzt.

Das Weltwirtschaftsforum hat kürzlich eine Studie veröffentlicht, die zu dem Ergebnis kommt, dass weltweit mehr als 40 Zentralbanken an CBDCs forschen. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hat in einer eigenen Umfrage herausgefunden, dass 70% aller Zentralbanken Interesse am Thema CBDCs haben.

Am 1. April hat zum Beispiel der stellvertretende Direktor der pakistanischen Zentralbank bekanntgegeben, dass sein Institut bis 2025 eine Zentralbank-Digitalwährung herausgeben will.