PwC: Zentralbanken sollten Privatunternehmen die Kryptobranche überlassen

Zentralbanken sollten die Herausgabe von Digitalwährungen Privatunternehmen wie Facebook und JPMorgan überlassen, das meint zumindest eine Blockchain-Expertin von PwC Frankreich am 22. März gegenüber Forbes.

Pauline Adam Kalfon argumentiert, dass Zentralbanken auf die sogenannten Zentralbank-Digitalwährungen (CBDCs) verzichten sollten, um stattdessen großen Unternehmen die „Tokenisierung“ von Fiat-Währungen zu überlassen. Tokenisierung meint die digitale Verpackung eines Vermögenswertes in die namensgebenden Tokens.

Erst sobald Kryptowährungen „durch Unternehmen kampferprobt sind“, sollten die Zentralbanken in die Branche einsteigen, wie Kalfon meint. Dadurch würden etwaige Risiken für die Gesamtwirtschaft minimiert, die im Falle einer Zentralbank-Digitalwährung unweigerlich mitschwingen.

Kalfon führt dahingehend aus, dass die französische Zentralbank, die Banque de France, ohnehin nicht dafür geeignet ist, eine Digitalwährung herauszugeben, da die Bank unter dem Schirm der Europäischen Zentralbank (EZB) steht. Dazu erklärt sie:

„Ein solches Projekt wäre auf europäischer Ebene ganz schwer umzusetzen, da es einen übergreifenden politischen Konsens zwischen den beteiligten Institutionen aller Mitgliedsstaaten bräuchte.“

Die amerikanische Bank JPMorgan hat im Februar unterdessen ihre eigene Digitalwährung vorgestellt, die zunächst für interne Zahlungsabwicklungen genutzt werden soll. Geschäftsführer Jamie Dimon ließ zuletzt allerdings durchklingen, dass der JPM Coin zukünftig auch für normale Kunden nutzbar sein könnte.

Auch Facebook, das zweite von Kalfon benannte Unternehmen, soll seit Dezember 2018 an einem Krypto-Projekt arbeiten. Wie die New York Times (NYT) berichtet, entwickelt der Social-Media Konzern einen sogenannten Stablecoin, der in die drei Messenger-Dienste WhatsApp, Facebook Messenger und Instagram eingebunden werden soll.

Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat in einer Studie aus dem Januar festgestellt, dass 70% aller Zentralbanken die Herausgabe einer eigenen Zentralbank-Digitalwährung prüfen.