Ehemaliger SEC-Vorstand vertritt Ripple bei Gerichtsverhandlung über vermeintlich unregistrierte Wertpapierverkäufe

Die Fintech-Firma Ripple Laps hat Mary Jo White und Andrew Ceresney von der Firma Debevoise & Plimpton’s angeheuert, um Ripple in der Sammelklage für den vermeintlichen Verkauf von unregistrierten Wertpapiere zu vertreten, wie Law.com an 4. Juni berichtete. Mary Jo White besetzte in der Vergangenheit das Amt der Vorstandsvorsitzenden bei der US-amerikanischen Wertpapier- und Börsenaufsicht (SEC).

Das Gerichtsdokument für Ripple (XRP) enthüllt, dass die beiden Anwälte die Firma in dem Gerichtsverfahren vertreten werden, das letzten Monat durch die Anklage des Investors Ryan Coffey eingeleitet wurde. Coffey behauptet, umgerechnet 471,84 Euro beim Handelns mit Ripples XRP-Token verloren zu haben und klagt an, dass die digitale Währung als Wertpapier bei der SEC hätte registriert sein müssen. Er klagt, dass Ripple davon profitiert, den Preis der Kryptowährung auf Kosten der Investoren anzuheben, da Ripple einen "zentralisierten XRP"-Ledger unterhält.

Der Kläger will über 256 Mio. Euro in XRP-Käufen für ungültig erklären lassen und einen Trust für die Gewinne einrichten, die Ripple mit dem vermeintlich unberechtigten Verkauf der digitalen Währung erwirtschaftet hat.

Das Dokument schreibt außerdem, dass der Fall vom kalifornischen Staatsgericht zu einem Bundesgericht im nördlichen Distrikt von Kalifornien verlegt wurde. Ripple Anwälte behaupten, dass das Verfahren eher in einem Bundesgericht als in dem Kammergericht von San Francisco gelöst werden soll, wo die Beschwerde ursprünglich eingereicht wurde.

Eine Sprecherin von Ripple sagte, dass die SEC in dem Moment, als die Anklage eingereicht wurde, noch nicht entschieden hatte, ob XRP als Wertpapier einzustufen ist. "Wir glauben weiterhin, dass XRP nicht als Wertpapier klassifiziert werden sollte", gab sie in einer Antwort zu der Beschwerde zu Protokoll und fügte hinzu:

"Wir sind zuversichtlich, dass die Beschwerden gegen XRP komplett haltlos sind, sowohl vor Gericht als auch faktisch."

Taylor-Copeland, der Anwalt des Kläger hingegen sagte aus, dass der Umzug zu dem Bundesgericht "absolut unangebracht" sei und will das Verfahren zurück vor das juristische System des Staates bringen. Er kommentierte den Fall:

"Die Frage ob der XRP-Token ein Wertpapier darstellt oder nicht, ist eine existentielle Bedrohung für ihr ganzes Geschäftsmodell."

Im April sagte der ehemalige Goldman-Sachs-Partner und Regierungsregulator Gary Gensler, dass Ethereum (ETH) und Ripple gleichermaßen als unregistrierte Wertpapiere anzusehen sind. Gensler merkte an, dass er Bitcoin nicht als Wertpapier einstuft, da der Coin nicht durch ein Initial Coin Offering ausgegeben wurde und kein dezentralisiertes Netzwerk an Entwicklern unterhält. Im Bezug auf ETH und XRP sagte er, "es gelten starke Argumente dafür, dass beide - besonders aber Ripple - nicht konforme Wertpapiere sind."

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