Indien: Keine Gefährdung der Finanzstabilität durch Krypto

Die indische Zentralbank (Reserve Bank of India) meint, dass Kryptowährungen derzeit keinerlei Bedrohung für die finanzielle Stabilität darstellen. Dies schreibt sie in einem offiziellen Finanzbericht, der am 28. Dezember veröffentlicht wurde.

In dem Dokument namens „Bericht über Trends und Entwicklungen im indischen Bankenwesen 2017-18“ heißt es im Wortlaut:

„Krypto-Vermögenswerte stellen für die globale Finanzstabilität derzeit keinerlei Risiko dar. Allerdings entwickelt sich deren Markt rasant weiter, weshalb sich diese Einschätzung ändern könnte, falls Krypto-Vermögenswerte breitere Akzeptanz finden und sich zunehmend mit dem Finanzsystem verweben.“

Die Reserve Bank of India bezieht sich bei dieser Schlussfolgerung auf die Ergebnisse einer kürzlichen Studie des Finanzstabilitätsrats (FSB), der wiederum aus Zentralbanken und Regierungsorganen verschiedener Länder besteht, darunter auch Indien. Die indische Zentralbank ist Mitglied des FSB, genau wie Aktienaufsichtsbehörde und Finanzministerium des Landes.

In der angeführten Studie namens „Kryptomärkte: Mögliche Einflussfaktoren auf die zukünftige Finanzstabilität“ meint der FSB, dass Bänker keine bedeutende Gefahr in Kryptowährungen sehen würden, da deren Gesamt-Marktkapitalisierung zu diesem Zeitpunkt nur knapp 2% der Marktkapitalisierung des weltweiten Golds ausgemacht hat. Nichtsdestotrotz müssten Aufsichtsbehörden ein Auge auf die Digitalmärkte haben, da diese schnell wachsen.

Die indische Zentralbank spiegelt auch diese Position in ihrem neuen Bericht wider, denn so würden Kryptowährungen „konstante Beobachtung“ benötigen, da sie in den letzten Jahren stark expandiert sind.

Die rechtliche Lage für die Kryptobranche bleibt in Indien allerdings weiterhin unklar. Im April hatte die Zentralbank alle Banken aufgefordert, keinerlei Dienstleistungen mehr für Konten mit einem Bezug zu Krypto anzubieten. Dieses Quasi-Verbot trat im Juni in Kraft, woraufhin es Klagen beim Obersten Gericht gab, die bisher jedoch mehrfach verschoben wurden. Gleichzeitig soll eine Kommission der indischen Regierung wohl ein gänzliches Krypto-Verbot in Erwägung ziehen.

Zuvor hatte die RBI sogar noch über eine eigene Digitalwährung nachgedacht, die den Namen „Laxmi“ tragen sollte. Im Januar entschloss sich die Zentralbank aber nun, dass kein an die Rupie gebundener Stablecoin herausgegeben werden wird, da es hierfür noch zu früh sei.

Am 3. Januar hat die Polizei der indischen Region Kaschmir eine Mitteilung veröffentlicht, in der vor dem „erhöhten Risiko“ der Krypowährungen gewarnt wird. Außerdem hätten diese keine Zulassung der indischen Regierung.