US-Aktienaufsicht weist in ICO-Debatte auf eigenen Leitfaden hin

Die amerikanische Aktienaufsichtsbehörde SEC hat in einer Twitter-Mitteilung vom 10. Februar explizit auf ihren bestehenden Leitfaden für Initial Coin Offerings (ICO) hingewiesen.

Auf einer speziell dafür eingerichteten Internetseite werden fünf Kernpunkte genannt, die bei ICOs zu beachten sind, außerdem wird in zwei weiteren Kategorien aufgeschlüsselt, was Anleger bzw. Kryptobörsen und deren Makler zu beachten haben.  

Der entsprechende Artikel soll schon seit März 2018 online sein, die SEC hat diesen nun auf den sozialen Medien wieder ins Gedächtnis der Krypto-Community gerufen, da die Behörde sich in der öffentlichen Debatte zuletzt wieder mit dem Sachverhalt auseinandersetzen musste (siehe unten).

Dabei ist der Text bisher die einzige richtige Publikation, die die SEC zu Initial Coin Offerings verfasst hat. Auffällig ist, dass dies in Form eines Leitfadens geschieht und nicht als abstrakter Gesetzestext.

Es scheint, als ob die SEC in den fünf aufgeführten Kernpunkten ihre eigene Sichtweise manifestiert. So wird zum Beispiel betont, dass ein ICO-Token gegebenenfalls von der SEC als Wertpapier eingestuft werden könnte, unabhängig davon, wie der Herausgeber diesen bezeichnet.

Des Weiteren betont die Behörde in ihrem Leitfaden ausdrücklich die Risiken für Anleger und empfiehlt diesen, gründliche Informationen einzuholen, ehe sie eine Investition tätigen.

„Firmen und Einzelpersonen entdecken zunehmend Initial Coin Offerings (ICOs) als Möglichkeit, um Investitionskapital zu generieren oder selbst Investitionen zu tätigen“, so der Text. Zusammenfassend heißt es:

„Digitale Vermögenswerte und ihre neue Technologie sind ein effizientes Mittel, um Finanztransaktionen zu tätigen, allerdings bergen sie auch Risiken für Betrug und Manipulation, da deren Märkte über weniger Regulierungsvorschriften verfügen als die klassischen Märkte.“

Vergangene Woche hatte sich der SEC-Vorsitzende Jay Clayton in einer Anhörung zum Thema Kryptowährungen auch zum Thema ICOs geäußert, hier hob er ebenfalls den Anlegerschutz hervor.

Die SEC-Kommissarin Heister Peirce zeigte sich am 8. Februar noch optimistisch, was die schleppende Regulierung durch die Behörde betrifft. So meinte sie, dass die Branche dadurch mehr Zeit hätte, sich selbst zu regulieren.

Allerdings kommen die Bemühungen der Aktienaufsicht zu einer Zeit, in der die ICO-Branche auf einen Bruchteil ihrer vorherigen Größe reduziert ist. Wie Cointelegraph berichtete, liegen einige ICO-Tokens mittlerweile deutlich unter ihrem Einführungspreis, viele haben sogar mehr als 90% ihres Gesamtwertes verloren.

Im Dezember meinte Arthur Hayes, Geschäftsführer der in Hong Kong ansässigen Kryptobörse BitMEX, dass er bis 2020 von einem Wiedererstarken der ICO-Märkte ausgeht.