BaFin-Chef Hufeld drängt wegen Facebook-Kryptowährung auf globale Regulierung

Der Chef der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) fordert von Politik und Regulierern laut einer am 26. Juni von Reuters veröffentlichten Meldung eine Antwort auf die Pläne von Facebook für seine selbst entwickelte Kryptowährung.

“Wir können ganz sicher nicht einfach zugucken. Wir werden in irgendeiner Form angemessen reagieren müssen”, habe Hufeld am Dienstagabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW) die Pläne von Facebook zu Libra kommentiert.

Falls die Kryptowährung Verbreitung fände, würden sich erhebliche Kontrollfragen in praktisch allen Bereichen stellen, so Hufeld. Der BaFin-Chef deutete damit auch mögliche Regulierungsmaßnahmen seiner eigenen Behörde an, verwies aber auch auf die Notwendigkeit eines internationalen Regulierungsrahmens:

“Ich kann nur hoffen, dass es uns gelingt, mindestens europäisch, wenn nicht global ein paar Grundstandards zu entwickeln.”

Facebooks Konzept, Libra als eine an einen Währungskorb gebundene Stablecoin zu realisieren, stelle im Vergleich zu Bitcoin allerdings einen positiven Unterschied dar. Für Entwicklungsländer mit einem schlecht entwickelten Bankensystem sei Libra auch eine Chance, räumte der BaFin-Chef ein:

“Es gibt Länder, da ist das ein signifikanter Zugewinn an wirtschaftlicher Freiheit, an wirtschaftlichen Möglichkeiten.”

Die Reaktionen zum erst vor wenigen Tagen vorgestellten Libra-Projekt fallen aktuell sehr gemischt aus. Wie bereits von Cointelegraph berichtet, stößt das Libra-Projekt seitens der europäischen Regulierungsbehörden auf heftigen Widerstand und der französische Finanzminister Bruno Le Maire hat sich bereits klar dagegen positioniert. Das stellvertretenden Direktoriumsmitglied der Schweizer Nationalbank Dr. Thomas Moser hat sich hingegen positiv zu Libra geäußert.