US-Finanzminister sieht rechtliche Bedenken als Ursache für Investoren-Exodus bei Libra

Der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin ist überzeugt, dass der Exodus aus dem Facebook Krypto-Projekt Libra größtenteils auf rechtliche Bedenken der potenziellen Investoren zurückzuführen ist.

Wie Mnuchin am 14. Oktober gegenüber CNBC mutmaßte, verlassen die planmäßigen Investoren das Projekt, weil es insbesondere den amerikanischen Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche „nicht gerecht wird“. So meint der Finanzminister:

„Wenn Facebook unsere Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche oder die Standards der FinCEN nicht einhalten kann, dann müssen wir rechtliche Maßnahmen gegen das Projekt einleiten. Ich denke die etwaigen Partner haben gemerkt, dass das Projekt diesen Standards noch nicht gerecht wird, weshalb sie sich vorerst zurückgezogen haben.“

Große Namen verlassen Libra

Die neuen Aussagen von Mnuchin kommen nur wenige Tage nachdem mit Visa, eBay, Stripe und Mastercard gleich mehrere große Namen von der Facebook Kryptowährung Abstand genommen haben.

Der große Zahlungsdienstleister PayPal hatte im Vorfeld bereits seinen Ausstieg von Libra bekanntgegeben, da dieser angesichts des starken politischen Gegenwindes von einer Zusammenarbeit absieht. Ein Sprecher bestätigte gegenüber Cointelegraph den Ausstieg des Unternehmens und ergänzte:

„Wir unterstützen weiterhin die Ambitionen von Libra und wollen weiterhin den Dialog suchen, um in Zukunft möglicherweise zusammenzuarbeiten. Facebook ist ein langjähriger und geschätzter Partner von PayPal, weshalb wir in verschiedenen Bereichen weiter mit Facebook kooperieren werden.“

Der Coinbase Geschäftsführer Brian Armstrong kritisiert die amerikanische Politik derweil scharf, da er deren Druck als maßgeblichen Grund für den Ausstieg der namhaften Libra Investoren sieht. Besonders die jüngsten Briefe zweier US-Senatoren empfindet er als „unamerikanisch“, da in diesen explizit auf den Ausstieg von Visa, Mastercard und Stripe hingewirkt wurde.

Das Facebook Krypto-Projekt Libra wurde offiziell im Sommer vorgestellt und soll als Zahlungsdienst in verschiedene Facebook-Services eingebunden werden, wie zum Beispiel Instagram. Seit der Ankündigung des Projektes hat sich der politische Gegenwind weltweit nach und nach intensiviert, da viele Stimmen befürchten, dass der potenzielle Umfang der Kryptowährung eine Bedrohung für die Stabilität des Finanzsystems werden könnte.