Zentralbanken und ihre Rolle bei Stablecoins und Libra

Seitdem der Social-Media-Riese Facebook seinen Stablecoin Libra in seinem Whitepaper im Juni vorgestellt hatte, hat dieser viel Kritik von Ländern auf der ganzen Welt einstecken müssen. Einige amerikanische Politiker haben behauptet, dass die digitale Währung gefährlicher sein könnte, als die Angriffe vom 11. September. Auch die Gesetzgeber in Europa waren dem Projekt gegenüber nicht allzu freundlich gesinnt. Der deutsche Finanzminister erklärte, er sei "sehr, sehr kritisch" gegenüber dem Projekt.

Der größte Streitpunkt im Hinblick auf den Libra war die Vorstellung, dass ein privates Unternehmen eine Währung schafft, die etwa mit dem Dollar und dem Pfund konkurriert. Kritiker befürchten, dass er die nationale Souveränität und die wirtschaftliche Stabilität untergraben könnte. Angesichts der Tatsache, dass Facebook in der Vergangenheit in Skandale verwickelt war, fragen sich andere, ob Mark Zuckerbergs soziales Netzwerk in der Lage wäre, eine solche Verantwortung zu tragen.

Eine Sache ist aber wohl kaum zu leugnen: Es gibt eindeutig einen Aufbruch in Richtung digitale Währungen. Man schaue nur einmal auf die Volksbank von China. Sie erforscht und entwickelt einen eigenen solchen Vermögenswert bereits seit längerer Zeit. Obwohl Regierungsbeamte aus Peking erklärten, dass das noch in Entwicklung befindliche Projekt keinen endgültigen Zeitplan habe, gibt es Spekulationen, dass die digitale Währung noch vor dem Libra herauskommen soll, um direkt mit Facebook zu konkurrieren. Daher haben Analysten gewarnt, dass der Widerstand gegen den Libra dazu führen könnte, dass der an den Yuan gekoppelte Vermögenswert in Schwellenländern eine Dominanz erlangt. Einige Politiker haben die USA daher dazu aufgerufen, die Führung hier zu übernehmen.

David Marcus, der Leiter der Calibra-Wallet von Facebook, betonte, dass das Projekt nicht gefährdet sei, obwohl PayPal, Visa, Mastercard, Stripe und eBay die Libra Association verlassen haben. Allerdings hieß es in einigen Berichten, dass Facebook die Beteiligung der Regulierungsbehörden am Projekts möglicherweise übertrieben dargestellt habe. Aber was halten die Zentralbanken von Stablecoins, wie dem Libra? Und könnten sie eine wichtige Rolle bei deren Ausgabe und deren Erfolg spielen?

Verlass auf Unterstützung

Die größte Hürde für den Libra und Stablecoins dieser Art ist aktuell die fragmentierte Regulierungslandschaft. Einige Zentralbanken begrüßen solche Projekte, während andere glauben, dass es schwerwiegende rechtliche und regulatorische Probleme dabei gebe.

Nehmen wir etwa Mark Carney, den Gouverneur der Bank von England. Er war überraschend optimistisch im Hinblick auf den Libra und hat sogar Facebook in seiner Entscheidung, eine neue Kryptowährung zu entwickeln, in Schutz genommen. Er glaubt, dass sich das soziale Netzwerk aufgrund der Unvollkommenheit des traditionellen Finanzsystems dazu entschieden hat. Diese Mängel sind etwa teure Überweisungen für ausländische Arbeitnehmer, die Geld nach Hause schicken wollen, und grenzüberschreitende Zahlungen, die unvertretbar langsam sind. Carney glaubt jedoch auch, dass ein angemessenes Maß an Regulierung, Aufsicht und Rechenschaftspflicht erforderlich seien. Solche Projekte sollten nicht offiziell gestartet werden dürfen, bis solche Schutzmaßnahmen getroffen wurden.

Die Bank von England hat viel dazu beigetragen, den Ball ins Rollen zu bringen. In einem Dokument, das kürzlich von der britischen Zentralbank veröffentlicht wurde, heißt es, dass Libra "ein systematisch wichtiges Zahlungssystem" werden könnte. Sie forderte die Regulierungsbehörden nachdrücklich auf, innovative Plattformen vor der Markteinführung zu unterstützen.

Das sind also vielversprechende Kommentare aus Großbritannien über den Libra. Man beachte, wie gegensätzlich die Haltungen der Bank von England und der Europäischen Union sind. Großbritannien will im Übrigen auch am 31. Oktober aus dieser austreten. Frankreich hat seine Haltung gegenüber dem Stablecoin ganz klar gezeigt. Der Finanzminister Bruno Le Maire warnte, dass er die Entwicklung von Libra in Europa nicht zulassen könne.

Es ist nicht schwer zu sehen, dass derart unterschiedliche Meinungen zu digitalen Währungen und neue Technologien im Allgemeinen verheerend für die Wirtschaft, die Verbraucher und Unternehmen sein können, die versuchen Innovationen einzubringen. Einheit, Zusammenhalt und Konsequenz sind die Aspekte, die sicherstellen würden, dass Stablecoins konform sind und in großem Maßstab herausgebracht werden können. Die Größe ist zusätzlich noch wichtig, weil sie dazu beiträgt, die Kosten für die Endbenutzer zu senken, die unter Druck stehen.

Kontakte knüpfen

Das beste, das man tun kann, um voranzukommen und die Probleme von Grund auf zu verstehen, ist es, die schlausten und besten aus der Branche nach ihrer Meinung zu fragen. Dabei geht es um die Knüpfung neuer Kontakte und Diskussionen über die besten Möglichkeiten, wie wir die vor uns liegenden Hürden überwinden können.

Die Organisatoren der Krypto-Finanzkonferenz CFC sagen, dass sie genau das erreichen wollen. Sie bieten eine exklusive Krypto-Finanz- und Blockchain-Konferenz für Investoren an, die die Knüpfung bedeutender Kontakte ermöglicht. Vom 15. bis 17. Januar findet die Veranstaltung in der Schweizer Stadt St. Moritz statt und bietet hochkarätige Sprecher sowie viel Zeit, um neue Kontakte zu knüpfen und sein Netzwerk auszubauen.

Das Programm ist derzeit noch in der Entwicklung, aber bereits jetzt steht fest, dass es einige interessante Themen geben wird. Geplant sind etwa Diskussionen über die entscheidende Rolle von Stablecoins bei der finanziellen Integration sowie über die Entwicklung des Zentralbankgeschäfts und die globale Regulierung. Bei noch so vielen offenen Fragen im Zusammenhang mit großen Projekten - wie dem Libra - könnten derartige Veranstaltungen dazu beitragen, Lösungen für diese zu finden.

Erfahren Sie mehr über die Krypto-Finanzkonferenz.

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