UK gründet potenziell kontroverse Krypto-Sondereinheit

Regulationen sind 2018 eine Top-Priorität für die aufstrebenden Kryptowährung-Märkte überall auf der Welt und die letzten Monaten sind gekennzeichnet von einem beträchtlichen Arbeitsaufwand in diesem Bereich.

Die Märkte für Kryptowährungen taumelten Anfang des Jahres nach den Rekordwerten für Bitcoin und andere bedeutende Altcoins im Dezember 2017. Dies stieg den Märkten um Februar herum zu Kopf. Ferner traf sie die massenergreifende Unsicherheit aus dem Fernen Osten und die ernst zu nehmende apathische Rhetorik gegen die Industrie im Allgemeinen aus den Rängen des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Ein Aufatmen brachte erst die ungeduldig erwartete Anhörung der  Börsenaufsichtsbehörde (SEC) und die Handelsommission für Rohstoffe und Futures (CFTC), im Zuge welcher den Amerikanern ein Teil der Angst gegenüber regulatorischen Maßnahmen genommen wurde.

Die beispielhafte Bedeutung dieses Schritten für Regierungen und Finanzinstitutionen, die versuchen, mit dem Anstieg von Kryptowährungen auf der ganzen Welt fertig zu werden, sollte nicht unterschätzt werden.

Tatsächlich gab sie den Anstoß für die Gründung einer Krypto-Sondereinheit auf Geheiß des britischen Finanzministeriums, welcher sich an dem Beispiel der amerikanischen Regulatoren zur Setzung regulatorischer Richtlinien orientiert und die Industrie in dem englischen Königreich regulieren aber auch in ihrem Wachstum unterstützen werden.

Ein globaler Spielplatz für Krypto-Entwicklungen

Je nach Sichtweise sind die Briten noch einen Schritt weiter gegangen als die Amerikaner, da die britische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FCA) eine Art globale Fintech-Sandbox eingeführt hat, nach dem Erfolg einer britischen Version 2016.

Laut Trustnodes gab Christopher Woolard, Vorstandsmitglied der FCA und Leiter für Strategie und Wettbewerb, zu Protokoll, dass der Eintritt einer Reihe von britischen Fintech-Startups in den Markt teilweise dem Erfolg des Programms zugeschrieben werden kann.

Die Pläne zur Stärkung internationaler Kollaborationen werden mit dem Techsprint-Event der FCA beginnen, an dem Teilnehmer aus den USA, Europa, Australien und dem fernen Osten beteiligt sein werden.

In einer Rede, die er im März in London hielt, betonte John Griffith-Jones, Vorstandsvorsitzender der FCA, den Fokus, den Großbritannien auf Kryptowährungen legt:

"Das Hauptthema des Tages ist, was man mit Kryptowährungen anfangen soll, denen einerseits der offizielle Sektor nicht den Status einer Währung geben will, die aber dem Verbraucher als verlockende Investitionen auf Werbetafeln in Canary Wharf angepriesen werden. Sie haben daher das Potenzial, Verbraucherschäden zu verursachen, es sei denn, sie werden in den Regelungsrahmen einbezogen. "

Die FCA scheint eine eher objektive Position gegenüber Kryptowährungen und Initial Coin Offerings (ICO) einzunehmen, nachdem sie Kunden letztes Jahr im September vor den möglichen Fallgruben warnte.

Im Dezember gab die FCA bekannt, dass sie mehr an den Anwendungsmöglichkeiten von Distributed-Ledger-Technologien für finanzielle Dienstleistungen als deren Regulation interessiert sei und nicht generell gegen Kryptowährungen.

Trotzdem fügte die Behörde hinzu, sie "ist offen für alle Formen der Bereitstellung von DLT (einschließlich sowohl genehmigter als auch unerlaubter DLT-Netzwerke), sofern die operationellen Risiken ordnungsgemäß erkannt und eingedämmt werden."

Effektiv bedeutet das, dass sie die Entwicklung von öffentlichen Buchungssystemen wie bei Bitcoin und die jeweiligen ICOs genauer untersuchen und fördern wird.

Sind Finanzinstitutionen trotzdem nicht interessiert?

Nichtsdestotrotz herrscht unterschwellige ein apathischer Tonfall gegenüber Kryptowährungen vor, speziell bei führenden Köpfen des Bankensektors.

Erst letzten Monat, wetterte Mark Carney, der Gouverneur der Bank of England (BoE) mit beißender Kritik bei einem Event an der Londoner Regent University gegen Bitcoin und behauptet, dass die Kryptowährung in ihrem Streben, eine vollwertige Währung zu werden, gescheitert sei.

"Eine Kryptowährung widerspricht den traditionellen Anforderungen, die wir an Geld stellen. Sie ist aufgrund ständiger Fluktuationen kein gutes Wertaufbewahrungsmittel und niemand benutzt sie als Tauschmittel."

Cointelegraph kontaktiere den MIT-Professor für Wirtschaft John van Reenen OBE für eine Bewertung der durch die britischen Aufsichtsbehörde eingeleiteten Maßnahmen und die angekündigte Krypto-Spezialtruppe.

Der angesehene Wirtschaftler malte ein leicht düsteres Bild angesichts der Möglichkeit eines Stimmungswandels der britischen Finanzinstitutionen. Er glaubt nicht an den vermeintlichen Stimmungswechsel in "offiziellen Kreisen, Regierungen und großen finanziellen Institutionen" sonder daran, dass die öffentliche Wahrnehmung die Fakten mildert.

Van Reenen räumte jedoch ein, dass die Märkte für Kryptowährungen in Großbritannien weiter wachsen könnten, wenn es mehr Klarheit in Bezug auf die Regulierung und einen Anstieg der Popularität virtueller Währungen gibt.

Unter Bezugnahme der Stellungsnahme von Carney an der Regent University scheinen diese Institutionen in erster Linie an den Vorteilen von Blockchain-Technologie interessiert zu sein:

"Die Kryptowährungen zugrunde liegende Technologie kann sich immer noch als nützlich erweisen, um Finanztransaktionen dezentralisiert zu verifizieren."

Dies lässt die Annahme zu, dass diese Kryptowährungs-Spezialeinheit die besten Eigenschaften der Kryptowährung und der Blockchain-Technologie herauspicken wird, um ihre eigenen Interessen und Angebote zu verbessern. Dieser wählerische Ansatz hilf der Entwicklung der Technologie auf globaler Ebene wenig.

Außerdem ist er respektlos gegenüber dem Ansatz von Allgemeinheit und Dezentralisation als Ganzen.

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