Die Welt der Kryptowährungen ist, wie jeder andere Finanzmarkt der Welt, voll von Propheten und Vorhersagen in allen Bereichen. 2018 fing mit einem Bitcoin-Kurs (BTC) von rund 13.000 Euro an, und die Anleger waren hinsichtlich der Zukunft der digitalen Währungen viel zu optimistisch. Einige der Vorahnungen - insbesondere im Hinblick auf den BTC-Preis zum Jahresende - wurden nie erfüllt, viele entpuppten sich jedoch als sehr realistisch. Werfen wir einen Blick zurück auf all diese Hoffnungen und Ängste.

Prognosen, die nicht eintrafen

Tom Lee: BTC wird die 22.000 Euro Marke knacken

Es scheint, dass einer der größten Kryptobullen der Welt, Mitbegründer und Forschungsleiter von Fundstrat Global Advisors, Tom Lee etwas daneben lag mit seiner Prognose über den BTC-Kurs. Seine Prophezeiung, dass die Coin bis Ende 2018 22.000 Euro erreichen wird, sprach er zum ersten Mal im Januar aus und wiederholte diese im Laufe des Jahres mehrmals. Es erscheint aber unwahrscheinlich — gelinde gesagt zumindest im Dezember 2018.

Lee selbst gab zu, dass seine Haltung ein Fehler war. Er senkte zunächst die Jahresendmarke auf 13.000 Euro und weigerte sich schließlich, etwas zum Preis von BTC zu sagen:

„Wir sind müde von Leuten, die uns nach den Zielpreisen fragen. Aufgrund der in Krypto innewohnenden Volatilität werden wir keine Zeitrahmen mehr für die Realisierung des Zeitwerts angeben."

Lee glaubt jedoch immer noch, dass der faire Wert von BTC viel höher ist als der derzeitige Preis. 2019 steht vor der Tür und soll beweisen, ob der Mitbegründer von Fundstrat recht behalten soll.

Katze

Mike Novogratz: Institutionen werden in Krypto eintauchen

Mike Novogratz, ein ehemaliger Goldman Sachs Partner und Gründer der Kryptohandelsbank Galaxy Digital, war in seinen Prognosen von 2018 ziemlich genau. Mitte Dezember, nach einem signifikanten Marktrückgang, der als "Kryptowinter" bezeichnet wurde, sagte er, dass der Preis von BTC nicht mehr sinken werde und sich zwischen 2.600 Euro und 5.200 Euro bewegen werde, und es stellte sich als richtig heraus.

Sein Optimismus gegenüber institutionellen Akteuren, die in die Kryptoindustrie einsteigen, schien jedoch verfrüht zu sein. "Ich denke, Q1 [oder] Q2 [2019], wenn die Institutionen kommen, werden wir neue Höchststände setzen", sagte er im Oktober. In dem jüngsten Bericht von Bloomberg heißt es jedoch, dass die Träume der Wall Street von Krypto jetzt in einem Zustand der Schwebe sind, da der Wert von Kryptowährungen gesunken ist. Die Insider teilten Bloomberg mit, dass Finanzkonzerne — wie Goldman Sachs, Morgan Stanley und Citigroup — ihre Pläne tatsächlich aufgegeben haben, bis die Nachfrage höher ist.

Bloomberg: BTC geht in Richtung 1.300 Euro

In der Tat neigen die Analysten von Bloomberg zu Fehlern, wenn es um Vorhersagen geht. Vor wenigen Wochen, kurz nach den ersten Anzeichen eines steilen Markteinbruchs, sagten die Medien, BTC steuere auf die Marke von 1.300 Euro zu, was einen Preisverfall von 70 Prozent bedeuten würde. Nun, das Jahr ist noch nicht vorbei, aber diese Prognose erscheint nicht realistisch.

Zumindest bekommen sie Punkte dafür, dass "Bitcoin nicht mehr langweilig ist."

George Friedman: Blockchain wird obsolet werden

George Friedman, ein geopolitischer Analyst der Online-Publikation Geopolitical Futures, sagte im Juni in einem Interview, dass die Blockchain -Technologie eines Tages obsolet werden würde, und behauptet, dass die Technologie nur eine weitere Modeerscheinung ist.

Während Friedman die Zeitspanne, über die er sprach, nicht angegeben hat, ist Blockchain Ende 2018 noch lange nicht veraltet. Die Massenakzeptanz ist keine vergebliche Phantasie mehr, da Regierungen auf der ganzen Welt Blockchain in verschiedenen Bereichen testen. Sogar China, das weiterhin ein striktes Verbot von Initial Coin Offerings (ICO) und inländische Krypto-Börsen verhängt hat, erkennt die Vorteile der dezentralisierten Technologie an und verfügt über eine eigene Testzonen für Blockchains.

Es scheint, dass das Altern der Blockchain im Jahr 2018 eher einer dystopischen Science-Fiction-Geschichte als einer Realität ähnelt.

John McAfee: BTC wird in drei Jahren 450.000 Euro erreichen

Eine alte aber goldene, unrealistische Vorhersage von John McAfee, einer Cybersecurity-Legende und einem bekannten Krypto-Enthusiasten, wurde zwar 2017 aufgestellt, ist jedoch aufgrund seines außerordentlichen Versprechens immer noch relevant. Damals versprach McAfee, dass er "im nationalen Fernsehen seine **** essen werde", wenn BTC bis 2020 die Marke von 450.000 Euro nicht erreicht.

Da 2018 fast vorbei ist, hat McAfee nur noch ein Jahr Zeit, sich nicht von seinen männlichen Teilen zu trennen. Der Geist des Cybersecurity-Pioniers ist jedoch nach wie vor stark. Er erhöhte sogar die Messlatte auf 870.000 Euro und verspottete seine eigene Wette in einem kürzlich veröffentlichten Twitter-Post. Er behauptete, im schlimmsten Fall würde er „wahrscheinlich die Aufgabe an ein Team von Prostituierten aus Bangkok deligieren". un, alles, was zu tun ist abwarten und Tee trinken.

Vorhersagen, die wahr wurden

Ari Paul: BTC und BCH werden mehr Hard Forks haben

Ari Paul, der Mitbegründer des großen Kryptowährungs-Hedgefonds Block Tower, machte Anfang 2018 eine Reihe von Vorhersagen auf Twitter. Einige von ihnen waren ein wenig niederschmetternd, aber Paul gelang es, die Hard Fork Bitcoin Cash (BCH) vorherzusagen. Der Unternehmer schrieb daraufhin:

"Sowohl BTC als auch BCH werden weiterhin hart arbeiten und > 10% ihres Wertes (wenn sie heute gehalten werden) werden sich in neuen Ablegern befinden."

Eine weitere BTC-Spaltung ist noch nicht geschehen, aber die BCH-Hard Fork fand im November statt und führte zu einem Hashkrieg und einer massiven Spaltung der Coin , die sich praktisch in BCH ABC und BCH SV aufteilte.  

Krypto

Todd Gordon: BTC wird unter 3.500 Euro fallen

Fast ein halbes Jahr vor dem „Kryptowinter“, als die meisten Enthusiasten immer noch die hohen Prognosen hielten, sagte Todd Gordon von TradingAnalysis.com eindeutig einen Rückgang von Bitcoin auf 3.500 Euro voraus. Darüber hinaus ist die Coin kürzlich sogar unter 3.000 Euro gefallen.

Der zweite Teil seiner Vorhersage ist jedoch noch unklar. Wird sich Bitcoin im Jahr 2019 erholen und die 8.500 Euro Marke erneut übertreffen? Die Zeit wird es zeigen.

Reggie Brown: BTC ETF wird nicht so bald stattfinden

Reggie Brown, Senior Managing Director und Leiter von Exchange Traded Funds (ETF), die bei der Finanzdienstleistungsfirma Cantor Fitzgerald gehandelt werden, wird als „Pate der ETFs“ gepriesen. Im November behauptete er, ein BTC-ETF werde nicht bald zertifiziert werden und hatte praktisch recht.

Seine Prognose wurde bald von einem Kommissar der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC bestätigt. Im Dezember forderte Hester Peirce, die für ihre pro-Krypto-Aussagen "Crypto Mom" genanntt wird, die Community auf, nicht solange den Atem anzuhalten, bis ein BTC-ETF genehmigt wird:

„'Auf jeden Fall' könnte 20 Jahre oder morgen heißen. Halten Sie nicht solange ihren Atem an. Die SEC brauchte lange, um Finhub zu genehmigen. Die Genehmigung eines ETFs kann noch länger dauern.

Blythe Masters: Blockchain profitiert von den Lieferketten für Rohstoffe

Der ehemalige Manager von JPMorgan Chase, Blythe Masters, prognostizierte im Oktober, dass eine doppelte bis möglicherweise dreistellige Anzahl von Blockchain-Projekten die Effizienz der Rohstoffmärkte bald steigern würde.

Bis jetzt sind es eher Hunderte, aber mehrere kürzliche Blockchain-Projekte in der Landwirtschaft und der Erdölindustrie beweisen, dass ihre Aussage ziemlich relevant ist. Beispielsweise integrieren die vier größten Landwirtschaftsunternehmen der Welt - zusammen als ABCD bekannt - Blockchain für die Automatisierung von Getreide- und Ölsaaten-Nachhandelsprozessen. Große Ölkonzerne wie BP, Shell und Equinor haben sich mit großen Banken und Handelshäusern zusammengeschlossen, um eine Blockchain-Plattform namens Vakt für den Handel mit Energieerzeugnissen zu starten.

Chris Concannon: ICO-Märkte stehen Klagen der SEC gegenüber

Im Juni erklärte Chris Concannon, Präsident von CBOE Global Markets, dass Sammelklagen die Unternehmen hinter ICO-Projekten überwältigen würden. Er forderte die ICO-Investoren außerdem dazu auf, an dem Puls der künftigen aufsichtsrechtlichen Regelung zu bleiben.

Einige Monate nach dieser Aussage wurden seine Worte von der SEC gestützt. Im November verhängte die US-amerikanische Aufsichtsbehörde ihre ersten zivilrechtlichen Sanktionen gegen zwei ICOs, nur weil sie ihre Markenverkäufe nicht registriert hatten. Man muss nicht weit suchen, um zu sehen, dass dieser Kampf erst begonnen hat.

P.S. Joseph Lubin: Die glänzende Zukunft erwartet

Die letzte Vorhersage wurde von Joseph Lubin, Mitbegründer von Ethereum, gemacht, der kürzlich behauptet hat, dass der Boden des Kursfalls erreicht wurde. Er fügte einen weiteren Tweet hinzu, in dem er das Problem der Skalierbarkeit ansprach:

Der Himmel stürzt nicht ein. Aus meiner Sicht sieht die Zukunft sehr gut aus.“

Diese Behauptung muss jedoch noch bewiesen werden. 2019 hat 365 Tage Zeit, um die Kryptoindustrie und dessen Zuschauer zu überraschen.

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